Wir haben den Dreh raus

Wir haben den Dreh raus

Mit Industrie 4.0 und smarten Automobilfabriken stellt die Mercedes-Benz AG die Weichen für die Zukunft. Vernetzte Anlagen und Werkzeuge spielen dabei eine zentrale Rolle. So wird künftig eine neue Art der EC-Schraubtechnik in der Mercedes-Benz Cars Produktion eingeführt.

Die Mercedes-Benz AG treibt die Digitalisierung und Vernetzung ihrer weltweiten Automobilproduktion voran. Hier ermöglichen vernetzte Fertigungsanlagen und Werkzeuge noch mehr Flexibilität und Effizienz, bei gleichbleibender Top-Qualität. „Mit dem SoftTorque Projekt leisten wir einen großen Beitrag zur weiteren Flexibilisierung der Montageprozesse“, erklärt Wolfgang Kochs. Er ist Teamleiter in der TECFABRIK von Mercedes-Benz Cars am Standort Sindelfingen und Impulsgeber des Projekts. Im Sommer 2018 trat er an das Daimler IPS Einkaufsteam mit Fatih Kodal und Christoph Zalder heran, um den passenden Lieferanten auszuwählen und gemeinsam die neue Generation EC-Schraubtechnik auf den Weg zu bringen.

Wir haben den Dreh raus
Montage im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen

Mit SoftTorque zum EC-Schrauber 4.0

Tausende von Schrauben müssen bei der Fahrzeugproduktion fixiert werden. Allein bei der Endmontage mit unterschiedlichem Anspruch: unkritische, qualitätsrelevante und sicherheitsrelevante, etwa an Reifen und Sensoren. Insbesondere hier sind elektronische Schraubwerkzeuge, sogenannte EC-Schrauber im Einsatz. Diese Art von Schraubwerkzeugen ermöglichen das Eindrehen der Schrauben mit optimalen Drehzahlen und mit definierten Drehmomenten. Zudem erlauben teilintelligente Funktionen eine Positions- und Drehmoment-Erkennung. Nur wenn alle Werte stimmen, werden die verschraubten Bauelemente des Fahrzeugs zur Weiterarbeit freigegeben – und so die markentypisch hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards jedes Mercedes-Benz Modells gesichert. Viele gute Gründe also, EC-Schraubsysteme fit für Industrie 4.0 zu machen!

Moderne Werkzeuge ohne Kabel und Controller

Smarte Schraubprozesse zeichnen sich im Wesentlichen durch kabellose Technik und den Wegfall der stationären Controller-Infrastruktur aus. „EC-Schraubwerkzeuge machen wir mit dem SoftTorque Projekt zu intelligenten Mobile Devices, die sowohl Kommunikations- als auch Ortungsfunktionen nutzen“, erläutert Wolfgang Kochs den technologischen Schritt in die Zukunft.

Die bisherige Controller-Ebene verschwindet mit der neuen SoftTorque-Lösung vollständig. Stattdessen entwickeln wir intelligente Schraubwerkzeuge und Systeme, die den gesamten Schraubprozess ortsunabhängig und prozesssicher managen.

Wolfgang Kochs, Mercedes-Benz AG.

Zukunftsorientierte Entwicklungskooperation

Zunächst wurde bei Daimler ein leistungsfähiges Team aufgestellt und mit Atlas Copco um einen externen Partner mit Spezialwissen ergänzt. Der internationale Anbieter industrieller Produktivitätslösungen überzeugte den Fachbereich und Einkauf durch Erfahrung im Thema, denn der Lieferant konnte bestehende Entwicklungsmodule in das SoftTorque Projekt einbringen. EC-Schrauber von Atlas Copco zeichnen sich außerdem durch gute Ergonomie und geringes Gewicht aus. Ziel der neuen Kooperation war aber nicht nur die Entwicklung der EC-Schraubtechnik 4.0, sondern auch eine Zusammenarbeit, bei der alle Beteiligten gewinnen. Wolfgang Kochs, die Einkäufer Fatih Kodal und Christoph Zalder, der Prozesseigner Bernd Schneeweis sowie die Rechtsabteilungen von Daimler und Atlas Copco arbeiteten dafür seit Anfang 2019 den individuellen Produktpartnervertrag aus.

Mit der SoftTorque Entwicklungskooperation machen wir einen Quantensprung. Indem die neue EC-Schraubtechnik künftig nicht nur bei Mercedes-Benz Cars zum Einsatz kommt, sondern durch den Lieferanten breit in der Industrie ausgerollt wird, profitieren alle Nutzer durch die Skaleneffekte.

Fatih Kodal, International Procurement Services, Daimler AG.

Smarte Schrauber für MBC und die Industrie

Der Produktpartnervertrag bietet allen Entwicklungspartnern langfristig optimale Perspektiven. Zudem kann Atlas Copco die gemeinsam mit Daimler entwickelten Werkzeuge auch allen anderen Kunden anbieten. Für den Lieferanten bedeutet das zusätzliche Marktchancen und für Daimler einen Amortisationseffekt der Entwicklungskosten.

Wir freuen uns, dass wir als strategischer Entwicklungs-Partner mit der Mercedes-Benz AG eine neue Generation intelligenter EC-Schrauber inklusive Softwareplattform (Assembly Management System) entwickeln, in der realen Werksumgebung testen und die innovative Lösung weltweit uneingeschränkt vermarktet werden kann.

Axel Stamm, Vice President Global Software Solution Business, Atlas Copco.

Neuer Dreh für Prozesse – und innovative Partner

Die neuen kabellosen EC-Schrauber werden leichter und ergonomischer, für noch einfacheres, schnelleres Handling. Die räumliche Bindung eines Werkzeugs an eine Montagestation wird aufgehoben, Werkzeuge können durch SoftTorque vollflexibel eingesetzt werden. Verschiedene Fahrzeugmodelle können so an einer Fertigungslinie effizient produziert werden. Neue Kommunikations- und Ortungsfunktionen erlauben eine vollständige Prozessdokumentation mit nachvollziehbaren Arbeitsschritten. „SoftTorque ist damit ein Wegbereiter für die smarte Fahrzeugproduktion bei Mercedes-Benz Cars“, sagt der Prozesseigner Bernd Schneeweis und Einkäufer Christoph Zalder ergänzt: „Rund um Industrie 4.0 werden wir noch zahlreiche Projekte aufsetzen. Das eröffnet neuen externen Partnern die Chance, gemeinsam mit Mercedes-Benz Cars innovative Lösungen zu entwickeln und damit auch ihr eigenes Produktportfolio noch zukunftsfähiger zu gestalten.


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