Schnell und grün: Transeurasischer Schienentransport

Schnell und grün: Transeurasischer Schienentransport

Nachhaltig, grün und umweltfreundlich: Der Schienentransport ist nicht nur eine klimafreundliche Alternative, sondern im Vergleich zu anderen Transportmethoden auch effizienter. 2017 startete er als Pilotprojekt und wird er jetzt bei Daimler in China umgesetzt. Du Qingyang aus dem Bereich International Procurement Services verrät nähere Einzelheiten.

Redakteure: Frau Du Qingyang, was war die Anfangsidee des Bahndprojekts?

Du Qingyang: Bei IPS verfolgen wir das Ziel, Experten in unseren jeweiligen Waren zu sein und halten immer Ausschau nach dem besten Geschäft für Daimler. CRexpress, Teil der chinesischen „Belt and Road Initiative“, ist eine Bahnstrecke, die Asien und Europa verbindet. Diese Initiative lief 2013 an. Mit zunehmender Reife der Infrastruktur, begannen das IPS- und RD-Team 2016 gemeinsam diesen potenziellen Markt zu erkunden, gefolgt von einer intensiven Marktforschung im Jahr 2017. Unser Fazit war eindeutig: Schienentransport ist effizienter. Er bietet eine schnellere Durchlaufzeit als die Seefracht und niedrigere Kosten als die Luftfracht. In diesem Kontext konnten wir deutlich von der Tatsache profitieren, dass der Schienentransport nachhaltiger, grüner und umweltfreundlicher als andere Transportmethoden ist. China ist für Mercedes-Benz der größte Überseemarkt. Gleichzeitig entwickelt sich der Kapazitätsaufbau im Bereich des Schienentransports so schnell, dass es effizienter ist, den zentraleuropäischen Markt durch transeurasische Eisenbahnstrecken zu verbinden.

Schnell und grün: Transeurasischer Schienentransport
Du Qingyang, International Procurement Services, Daimler AG.

Das klingt nach einer großartigen Gelegenheit für Daimler. Wie sahen Ihre ersten Schritte während des Projekts aus?

Nach dem positiven Ergebnis aus der Marktforschung schlug IPS vor, einen Testlauf des Schienentransports für RD China durchzuführen. Manchmal haben Sie aufgrund des engen Testzeitraums Eilanfragen für den Transport von RD-Testfahrzeugen. Früher wurden diese Fahrzeuge per Luftfracht nach China versendet. Allerdings waren wir überzeugt, dass der Schienentransport ein verbessertes Gleichgewicht zwischen den Kosten und der Durchlaufzeit anbietet. RD genehmigte unseren Vorschlag und wir starteten ein Pilotprojekt. Während unseres Pilotprojekts wurden neun Fahrzeuge per Schienengüterverkehr anstatt als Luftfracht transportiert. Die Zahlen sprechen für sich: Insgesamt haben wir Einsparungen von 67 % bei den Ist-Ausgaben erzielt.

Was geschah nach dem Pilotprojekt? Nutzen Sie den Schienengüterverkehr immer noch?

Ja, der Testlauf 2017 war ein riesiger Erfolg und bestätigte unsere Prognosen. China ist für Mercedes-Benz der größte Überseemarkt. Gleichzeitig entwickelt sich der Kapazitätsaufbau des Schienentransports rasant. Infolgedessen wurde der Schienengüterverkehr in die reguläre Supply-Chain-Karte aufgenommen. Somit wird der Schienentransport eine wiederkehrende Leistung mit kontinuierlichen Rahmenverträgen, die im Rahmen einer Ausschreibung vergeben werden.

Solch ein komplexes Projekt braucht starke Partner. Was waren Ihre Voraussetzungen bei der Lieferantenauswahl?

Der Schienentransport ist ein relativ neues Konzept in China. Der sich schnell entwickelnde Markt birgt Herausforderungen bei der Ausweitung des Lieferantenpools. Zudem wird der größte Teil des Dienstleistungspakets „internationaler Schienengüterverkehr“ von Eisenbahnunternehmen in verschiedenen Ländern verwaltet. Dieses Paket umfasst Dienste an beiden Enden der Bahnstrecke, die individuell auf die Anforderungen von Daimler zugeschnitten wurden. Daher mussten wir professionelle Anbieter von Logistikdienstleistungen für das gesamte Dienstleistungspaket auswählen. Hierzu wurde schließlich ein lokaler Anbieter über eine öffentliche Ausschreibung als Dienstleister für RD ausgewählt. Zu einem späteren Zeitpunkt erhielt ein internationaler Lieferant über eine separate Ausschreibung den Zuschlag für das BMBS-Geschäft gemäß ihren Serviceanforderungen.

Wenn Sie auf das Projekt zurückblicken, welche Eigenschaften und Merkmale – von Ihnen und Ihrem Lieferanten – spielten eine wichtige Rolle, um eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu ermöglichen?

Ich kann die nicht oft genug betonen, wie wichtig Innovationen sind. Ohne Innovationen wären wir nicht in der Lage, aus unserer täglichen Routine auszubrechen und neue Transportmethoden auszuprobieren. Zudem wären IPS und BP ohne Innovationen nicht offen für solch neuen Ideen, würden sie keine Marktforschung zusammen durchführen und dieses neue Konzept auch nicht gemeinsam entwickeln.
Natürlich können solche innovativen Ideen nur mit der engen Zusammenarbeit mit unserem Geschäftspartner und unserem Lieferanten verwirklicht werden. Dies war während des Pilots von wesentlicher Bedeutung, da es beim Beginn des Projekts definitiv unklare Punkte gab. Niemand wusste genau, ob die neue Transportmethode tatsächlich reibungslos funktionieren würde. Bei der Definition des Geschäftskonzepts und um die technischen Details wie Abfahrts- und Ankunftsbahnhof oder die anfallenden Aufgaben vor dem Verladen des Fahrzeugs in den Zug genau zu planen, haben wir sehr eng zusammengearbeitet.

Vielen Dank Frau Du Qingyang und nochmals herzlichen Glückwunsch zu diesem erfolgreichen Projekt!

Innovationen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Geschäftspartner und Lieferanten sind der Schlüssel zum Erfolg. Das gilt für das Schienentransportprojekt in China, aber auch für jedes andere Land, jede andere Branche und jeden anderen Lieferanten. Unsere Lieferanten werden ermutigt, proaktiv kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen und innovative Vorschläge mit Daimler auszutauschen.

Philip Caune, International Procurement Services, Daimler AG


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