Workshop: Menschenrechte in der Lieferkette

Good Practice Sharing Workshop: Menschenrechte in der Lieferkette

Nachhaltigkeit ist fest in der Daimler Unternehmensstrategie verankert und wesentlicher Bestandteil des Unternehmenserfolgs. Zu diesem tragen auch die Lieferanten bei, die sich verpflichten die Nachhaltigkeitsstandards der Daimler AG einzuhalten. Deshalb will die Daimler AG die Einhaltung der Menschenrechte entlang aller Lieferketten sicherstellen und entsprechende Maßnahmen der Lieferanten unterstützen: Mit einem Nachhaltigkeitsmanagement, das unterschiedliche Maßnahmen umfasst – eine davon ist der Good Practice Sharing Workshop Human Rights, der als Pilot im Werk Sebes startete.

Die Achtung der Menschenrechte hat bei Daimler einen hohen Stellenwert. Das Human Rights Respect System (HRRS) ist ein risikobasierter und systematischer Ansatz zur Wahrung der Menschenrechte – sowohl an den Konzernstandorten als auch bei Zulieferern. Das HRRS beinhaltet die Risikoanalyse, Maßnahmenentwicklung, Kontrolle und Berichterstattung. Um die Thematik in den komplexen Strukturen aus direkten Lieferanten und Sublieferanten handhabbar zu machen, werden schwerpunktmäßig länder- und geschäftsmodellspezifische Risikofaktoren analysiert.

Pilotveranstaltungen mit Logistikpartnern

Vor diesem Hintergrund entwickelte der Einkaufbereich den Good Practice Sharing Workshop Human Rights. „Mit dem Konzept fokussieren wir uns insbesondere auf Partner in Ländern und Materialgruppen mit einem potentiell erhöhten Risiko“, erläutert Katrin Weber, die bei Daimler im Einkaufsbereich International Procurement Services die Nachhaltigkeitsthemen bearbeitet und Initiatorin des Projekts ist.

 

So plante sie im ersten Schritt, Pilotveranstaltungen für Logistikdienstleister im rumänischen Sebes durchzuführen. Das Werk ist Teil des weltweiten Powertrain-Produktionsverbundes von Mercedes-Benz Cars und fertigt Doppelkupplungsgetriebe sowie Wandler-Automatikgetriebe. Die beiden Logistikunternehmen Kühne & Nagel sowie International Alexander spielen hier für den internen Materialfluss eine wichtige Rolle und sind direkt im Werksgelände lokalisiert.

Gemeinsam nachhaltig handeln

Die Erwartungen in puncto Nachhaltigkeit und Menschenrechte gibt Daimler bereits über die Supplier Sustainability Standards an die Lieferanten weiter. Dass darüber hinaus auch Interesse am persönlichen Dialog besteht, stellte der lokale Daimler Einkaufsmanager Josef Rückert fest: „Als wir bei den Logistikpartnern im Juli 2018 anfragten, sagten beide ihre Teilnahme am Good Practice Sharing Workshop sofort zu.“ Durch diese partnerschaftliche Haltung und Bereitschaft, gemeinsam mit Daimler nachhaltig zu handeln, konnten die Pilotveranstaltungen zeitnah – und mit großem Erfolg – in Sebes stattfinden.

Die zuverlässige Belieferung der Produktionsanlagen hat höchste Priorität. Daher wollen wir auch sicher sein, dass unsere Logistikpartner die Nachhaltigkeitsstandards und menschrechtlichen Vorgaben sauber einhalten.

Josef Rückert, International Procurement Services, Daimler AG, Sebes, Rumänien.

Offene Workshop-Atmosphäre

Anfang August 2018 fanden die Pilot-Workshops mit Kühne & Nagel sowie International Alexander statt. Mit dabei waren jeweils hochkarätige Teilnehmer aus dem Standort-, Logistik-, Projektleitungs- und Personalmanagement sowie dem Ressort Qualität, Sicherheit und Gesundheit. Das Daimler Team aus Einkaufsmanagern und Menschrechtsexperten ergänzte die Runde. Im Mittelpunkt stand der partnerschaftliche Erfahrungsaustausch mit Begehung der Lieferantengebäude sowie freien Gesprächs- und Diskussionsrunden. Katrin Weber: „So konnten wir unsere Erwartungen zur Nachhaltigkeit und Menschenrechtsthematik platzieren sowie das Geschäftsumfeld unserer Partner besser kennenlernen.“

Jenseits eines Audits ermöglicht der Workshop einen offenen Dialog. Das stärkt das Bewusstsein für die Menschenrechte sowie das Vertrauen zwischen Daimler und den Lieferanten. Ein Konzept, das auch auf andere Länder, Branchen und Lieferanten übertragbar ist.

Isabelle Krautwald, International Procurement Services, Daimler AG, Stuttgart, Deutschland.

Good Practice Sharing

Neben der Sensibilisierung für Menschenrechtsthemen drehten sich die Gespräche auch um konkrete Anwendungen, etwa in den Bereichen Umwelt, Gesundheit & Sicherheit, Diskriminierung & Diversity und Zuwendungen & Zusatzleistungen. Identifiziert wurden dabei auch nachahmenswerte Praxisbeispiele, wie Einkaufsmanager Josef Rückert unterstreicht: „So sahen wir beispielsweise beim Thema Arbeitszeit und Mindestlöhne, dass unser Partner nicht nur alle Vorschriften erfüllt, sondern auch darüber hinaus durch Essens- und Übernachtungszuschüsse für Lkw-Fahrer positive Beiträge leistet.“

Erfolgreiches Konzept für die Zukunft

Daimler will den Anspruch an Nachhaltigkeit künftig noch stärker im Bereich Supply Chain verankern. Wie groß die Bereitschaft der Lieferanten ist, gemeinsam mit Daimler Themen zu diskutieren, umzusetzen und an neuen Lösungen zu arbeiten, zeigten die beiden Good Practice Sharing Workshops zum Thema Menschenrechte. „Die Veranstaltungen waren für beide Seiten sehr erfolgreich“, so Katrin Weber. „Den Erfahrungsgewinn aus der Pilotphase werden wir nun für weitere Workshops nutzen.“


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