Federleichte Federn

Mubea: Federleichte Federn

Leicht, leichter, federleicht. Mubea hat bei den an Mercedes-AMG gelieferten Achsfedern und Stabilisatoren deutlich Gewicht eingespart. Dafür gab es jetzt den Daimler Supplier Award.

Sie ist klein und unscheinbar und muss mit Gewichten von bis zu 1,5 Tonnen klarkommen. Dabei wiegt sie selbst nur 1,7 Kilogramm. Die rund 30 cm lange und 11 cm breite Achsfeder von Mubea. Geliefert an Mercedes-AMG. Richtig abgespeckt wurde beim Stabilisator. Das Zauberwort heißt hier CFK. Also mit Kohlenstoff-Fasern verstärkter Kunststoff, auch als Carbon-Faser bezeichnet. Eine Carbon-Faser ist rund zehnmal dünner als ein menschliches Haar. Bauteile aus CFK sind korrosionsbeständig, von hoher Ermüdungsfestigkeit und rund 50 Prozent leichter als vergleichbare Stabilisatoren aus Stahl.

 

Für diese außerordentliche Leichtbauleistung erhielt Mubea den Daimler Supplier Award von Mercedes-Benz Cars in der Kategorie „Innovation“. Dr. Thomas Muhr, Geschäftsführender Gesellschafter von Mubea: „Der Award ist für uns Grund zur Freude und zugleich auch Ansporn. Mit innovativen Produkten wollen wir auch in den kommenden Jahren unseren Beitrag für eine umweltfreundliche individuelle Mobilität leisten. Denn das Automobil war schon immer für eine Revolution gut und wird sich auch in den kommenden Jahren stetig wandeln und neu erfinden.“

Ein Hundert Quadratmeter großer „Fabrikraum“, Jahresmiete: 230 Mark. Heute umgerechnet etwa 700 Euro. So ging es los im Jahr 1916. Josef Muhr der Ältere und Josef Muhr der Jüngere, Vater und Sohn, gründeten ihre Federnfabrik in Attendorn. Eine Kleinstadt im Sauerland, 90 Kilometer nordöstlich von Köln. 1920 wurde Ludwig Bender als Gesellschafter aufgenommen. Aus der Firma Josef Muhr wurde „Muhr und Bender“. Seit 1931 tragen die Produkte des Unternehmens ein eigenes Warenzeichen: Mubea. Der Name ist zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der beiden Firmeninhaber Mu(hr) und Be(nder) sowie dem Firmensitz A(ttendorn).

Familienunternehmen in vierter Generation

Die Mubea-Unternehmensgruppe sieht sich heute als Weltmarktführer in Bezug auf die Entwicklung und Herstellung von komplexen Automobilkomponenten, die zu einer Gewichtsreduzierung von Fahrzeugen führen. Schwerpunkte: Fahrwerk, Karosserie, Antrieb. Die über 15.000 Mitarbeiter sind auf 50 Standorte verteilt. In 20 Ländern. Trotz der Größe, der Hauptsitz befindet sich immer noch in Attendorn und Mubea ist immer noch ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Mittlerweile in der vierten Generation.

Die Zusammenarbeit zwischen der Daimler AG und Mubea begann in den 1930er-Jahren. Mit der Lieferung von Spezialfedern für die Lkw-Produktion. Viele der Innovationen für Leichtbaukomponenten wurden in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zur Marktreife entwickelt. Mubea hatte unter anderem 2010 ein Team für die Entwicklung für Federn aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) zusammengestellt. Nach zahlreichen Vorentwicklungsprojekten am Standort Attendorn kam es 2014 zum ersten Serienauftrag. GFK-Federn für die Hinterachse des Mercedes-Benz Sprinter. Die Zukunft der Faserverbundwerkstoffe im Automobil ist für Mubea vielversprechend. Ob CFK oder GFK, die Entwicklungsarbeit im Leichtbau geht weiter. Denn federleicht ist nicht leicht genug.


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