Daimler Supplier Award:
„Die Award-Trophäe hat Flügel“

„Die Award-Trophäe hat Flügel“

Eine Trophäe ist Ausdruck der allerhöchsten Ehrung. Daher hat Daimler im Jahr 2018 eine besondere Skulptur für den Daimler Supplier Award geschaffen.

Sei es der Oscar, der Bambi oder eben der Daimler Supplier Award: Eine Trophäe überreicht zu bekommen ist ein einzigartiger Moment. Am 12. Februar 2020 ist es wieder soweit: Daimler zollt den Besten aller globalen Lieferanten damit fachlichen Respekt. Diese Wertschätzung soll auch die Award-Trophäe zum Ausdruck bringen.

 

Die Trophäe hatte ihre Weltpremiere am 28. Februar 2018 anlässlich des 10. Daimler Supplier Award. Anlässlich des Neuentwurfs unterhielt sich die Daimler Supplier Magazine Redaktion Anfang 2018 mit Florian Wisotzki und Andreas Kurbos. Wisotzki ist Conceptioner und Designer bei der Agentur Siegelwerk. Kurbos ist Gründer des Stuttgarter Designstudios studiokurbos. Beide Firmen wurden damals von Daimler mit der Umsetzung der Award-Trophäe beauftragt.

Redaktion (im Februar 2018): Die Trophäe, wie sie hier auf dem Tisch steht: Sehr gelungen. Wunderschön.

Wisotzki: Danke, hört man gerne (lächelt). Wir hoffen, dass sie auch den Gästen gefällt.

 

Kurbos: Da glaube ich fest dran. Ihr habt ja eine ganze Menge Ideen und Konzepte kreiert, die wir dann weiterentwickelt, gestaltet und in eine schöne Form umgesetzt haben.

Warum eigentlich eine neue Trophäe?

Wisotzki: Der Daimler Supplier Award feiert 2018 ja sein Jubiläum. Zum 10. Geburtstag kam Daimler auf unsere Agentur zu und sagte: “Wir machen eine neue Trophäe”. Das Motto lautet ja auch nun „Enter the next Chapter“. Das steht für Aufbruch. Neuerfindung. Eine neue Trophäe kann das hervorragend transportieren und symbolisieren.

Und wie übersetzt man das dann in eine Skulpturidee?

Wisotzki: Indem man sich überlegt, woraus die Symbolik der Trophäe bestehen soll. Daimler hat ganz klar gesagt: “Partnerschaft ist das höchste Gut in unserer Beziehung zu unseren Lieferanten”. Das wollen wir zum Ausdruck bringen.

 

Mit diesem Kerngedanken bin ich dann in die Konzeption gegangen. Die Eingebung ist mir dann morgens unter der Dusche gekommen (lacht): Zwei ineinandergreifende Hände symbolisieren eine partnerschaftliche Beziehung. Die eine Hand steht für Daimler, die andere für den Partner auf Lieferantenseite.

 

Die Idee ist dann weiter gereift und wurde zusammen mit studiokurbos verfeinert. Das bedeutet: jede Menge Skizzen und Renderings. Feedbackschleifen und Optimierungen. Diese Phasen waren dann richtig intensiv. Die Designsprache der Trophäe orientiert sich übrigens in ihrer geschwungenen und organischen Form an den Designs der Daimler-Fahrzeugprodukte.

 

Am Ende steht dann das, was wir in der finalen Skulptur nun sehen: Die Wings greifen ineinander wie Hände. Das steht symbolisch für Verbundenheit, Gemeinsamkeit, sich einander öffnen.

„Wings“?

Wisotzki: Ja, die neue Award-Trophäe hat sozusagen Flügel (lacht). Nein, Spaß beiseite! So nannten wir intern in der Gestaltung die beiden ineinandergreifenden Teile.

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„Hände, die ineinander greifen“: Conceptioner und Designer Florian Wisotzki führt vor, wie er den Partnerschaftsgedanken zwischen Daimler und Suppliern in eine Trophäen-Symbolik umgesetzt hat.

Und wie ging es weiter?

Wisotzki: Daimler hat die Trophäe sehr gut gefallen und wir haben das „Go“ für die Konzept- und Designfinalisierung bekommen. Das bedeutet, dass wir ein dreidimensionales CAD-Modell zu erstellen hatten. An dieser Stelle definiert man dann die genauen Parameter der Trophäe. Also bspw. Verlauf der Kurven, Materialauswahl und -stärke, Oberflächen usw. Dafür haben wir uns auf die Suche gemacht und mit Andreas und seinem Team einen idealen Partner gefunden – die Kollegen haben einfach ein exzellentes Gefühl für Gestaltung.

Herr Kurbos, was haben Ihre Designer und Sie dann gemacht?

Kurbos: studiokurbos hat die mit Siegelwerk erarbeitete und verfeinerte Designvorlage dann in ein CAD-Modell übersetzt. Anschließend haben wir uns die Parameter überlegt. Dabei muss man immer im Fokus haben: Die Wertigkeit der Konzept- und Designidee muss sich im fertigen Produkt wiederfinden. Besonders an dieser Stelle: Das ist eine Trophäe – und muss sich auch so anfühlen.

 

Die Vorgehensweise der CAD-Modellentwicklung stammt übrigens aus der Automobilentwicklung. Das fand ich in dem Fall besonders spannend, da wir ja eine Trophäe für einen Fahrzeughersteller entworfen haben.

 

Im 3D-Druckverfahren haben wir dann ein Modell angefertigt, um Größe, Proportionen etc. zu bewerten. Nachdem das alles optimal gepasst hat, haben wir einen Prototyp angefertigt.

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Die nahezu finale Aluminiumtrophäe fasst sich wertig an. Designer Andreas Kurbos freut sich über das (Prototyp-)Ergebnis.

Diesen hier auf dem Tisch?

Kurbos: Genau. Die Trophäe besteht aus drei Elementen und ist komplett aus Aluminium gefertigt. Jedes der Elemente wird aus einem Block dieses Materials gefräst. Da steckt richtig Arbeit drin, da die Trophäe geschwungen und sehr plastisch ist. Die Fräsarbeiten nehmen hierbei viel Zeit in Anspruch – über 30 Stunden.

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Dreiteilig aus Aluminiumblöcken gefräst: Die neue Trophäe ist sehr wertig in Anmutung und Haptik.

Pro Trophäe?

Kurbos: Genau. Im Anschluss werden die Trophäen noch aufwendig lackiert und versiegelt. Damit am Award-Abend alles perfekt ist und die glücklichen Gewinner ihre Trophäen in den Händen halten können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 16.2.2018 veröffentlicht. Der Re-Post wurde punktuell bearbeitet.

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Die intern seitens Konzeptionsagentur als „Wings“ bezeichneten Hälften symbolisieren zwei Hände, die ineinander greifen. Wie bei starken Partnern.
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