Was steht an bei Mercedes-Benz Trucks, Herr Buchner?

Buchner

Daimler Trucks setzt auf drei strategische Säulen. Technologieführerschaft bedeutet, führende Technologien hinsichtlich Effizienz, Sicherheit und Konnektivität zu bieten. Im Sinne der Globalen Marktpräsenz ist Daimler Trucks in allen wichtigen Märkten der Welt vertreten. Intelligente Plattformen heißt, die Plattformstrategie weltweit und konsequent voran zu treiben. Wie Mercedes-Benz Trucks die Strategie umsetzt, erklärt Stefan Buchner, verantwortlich für Mercedes-Benz Lkw.

Wie schlägt sich die Daimler Trucks-Strategie in der Strategie von Mercedes-Benz Trucks nieder?

Buchner: Die DT-Strategie findet sich bei uns in sehr hohem Maße wieder. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Globale Präsenz hat eine große Bedeutung bei Mercedes-Benz Trucks: Mit unseren fünf Produktionswerken und zahlreichen CKD-Standorten, wie zum Beispiel Chelny (Russland), Rouiba (Algerien), East London (Südafrika) und Jeddah (Saudi-Arabien), verkaufen wir unsere Produkte weltweit. Und gerade haben wir ein Abkommen mit unserem lokalen Partner im Iran für die lokale Produktion von Mercedes-Benz Lkw und Komponenten unterzeichnet. Zweitens: Technologieführerschaft ist für unsere Produkte das A und O. Effizienz, Sicherheit und Konnektivität spielen dabei eine große Rolle. Und was Effizienz und Sicherheit betrifft, sind wir immer schon Vorreiter der Branche gewesen: Wir haben seit 1965 den Verbrauch pro Tonnenkilometer um volle 60 Prozent reduziert.

Shaping Future Transportation 2015, Campus Safety
Sparsam, stark und zuverlässig: der Mercedes-Benz OM 471.

Unser erster Ansatzpunkt ist natürlich immer der Antriebstrang. Die Möglichkeiten hier sind vielfältig: 1964 hat allein die Umstellung von Vorkammereinspritzung hin zu Direkteinspritzung beim OM 346 zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs von 25 Prozent geführt. Und in 2015 haben unsere Ingenieure mit der neuen Generation des OM 471 erneut gezeigt, dass auch auf bereits hohem Niveau weitere Effizienzsteigerungen möglich sind. Seit 2011 haben wir beim Actros den Verbrauch um volle 13 Prozent gesenkt.

Wir werden auch in Zukunft unsere Motoren weiterentwickeln, denn fest steht: Bei Nutzfahrzeugen wird der Verbrennungsmotor noch lange alternativlos sein. Auch Aerodynamik ist ein wichtiger Stellhebel für effiziente Fahrzeuge. Unseren aktuellen Actros haben wir im Windkanal in rund 2.600 Stunden bis ins Detail optimiert.

Wie ist Mercedes-Benz Trucks ansonsten im Bereich aktive Sicherheit aufgestellt?

Buchner: Die aktuelle Liste der Sicherheits- und Assistenzsysteme umfasst rund 20 Positionen. Viele davon haben wir weit vor einer gesetzlichen Regelung eingeführt. Um ein paar Beispiele zu nennen: Gegen Auffahrunfälle haben unsere Fahrzeuge jetzt serienmäßig einen Active Brake Assist an Bord. Dieser Notbremsassistent erkennt per Radar, ob der Abstand zu anderen Fahrzeugen zu gering wird. Notfalls bremst er den Lkw bis zum Stillstand ab. Noch mehr kann unser Active Brake Assist 3. Dieses System kann auch bei stehenden Hindernissen selbständig eine Vollbremsung einleiten, falls der Fahrer nicht auf optische und akustische Warnungen reagiert. Kurz: Wir haben eine ganz klare Vision: unfallfreies Fahren.
Mit dem Abbiegeassistent wollen wir als nächsten Schritt brenzlige Situationen beim Abbiegen entschärfen.

Shaping Future Transportation 2015 – Campus Safety – Active
Das System Active Brake Assist 3 kann auch bei stehenden Hindernissen selbständig eine Vollbremsung einleiten.

Neben der Vision vom unfallfreien Fahren beschäftigt Daimler Trucks auch das Thema Konnektivität. Wie sind Sie dort aufgestellt?

Buchner: Kameras, Radarsensoren und Telematik werden in unseren Fahrzeugen immer selbstverständlicher. Was Telematik-Lösungen betrifft, ist FleetBoard elementar für uns. Das Telematik-System stellt umfangreiche Daten rund um Fahrer, Fuhrpark und Auftrag bereit und vernetzt durch seine modularen Dienste das Logistiksystem von Transportunternehmen. Daraus resultieren: optimierte Fahrzeugauslastung, geringerer Kraftstoffverbrauch und eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit. Sie alle haben unmittelbar Einfluss auf höhere Effizienz und geringere Betriebskosten. Und genau darum geht es schließlich unseren Kunden.

Shaping Future Transportation
Der Highway Pilot im Mercedes-Benz Actros.

Langfristig erweitert der vernetzte Lkw die Funktionen zum autonomen Fahren. Und das haben wir schon 2014 mit unserem Mercedes-Benz Future Truck 2025 präsentiert: Wir sind nicht nur effizient und sicher unterwegs. Wir können auch autonom. Einen weiteren wichtigen Meilenstein haben wir gerade erst im Oktober 2015 erreicht: Die Jungfernfahrt des weltweit ersten automatisiert fahrenden Serien-Lkw. Dafür haben wir den Highway Pilot in einen normalen Serien-Actros eingebaut, um nun auch auf deutschen Autobahnen testen zu können.

Datum:
02.02.2016
Autor:
Nadescha Vornehm
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