Was ist neu bei der Lieferantenerklärung, Herr Karaoglu?

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Seit 2013 verpflichten sich Werk- und Dienstvertragsunternehmen in der Lieferantenerklärung dazu, die sozialen Grundsätze der Daimler AG einzuhalten. Mit einer überarbeiteten Fassung werden neue Erfordernisse abgedeckt. Özkan Karaoglu, Leiter Daimler Lieferantenmanagement & Richtlinien, erläutert Neuerungen und Nutzen.

Herr Karaoglu, welche Ziele verfolgen Sie mit der Lieferantenerklärung?

Karaoglu: Vor vier Jahren hat Daimler soziale Standards zur Vergabe und Durchführung von Werk- und Dienstverträgen auf dem Betriebsgelände beschlossen. In der Lieferantenerklärung verpflichten sich die betreffenden Unternehmen, diese einzuhalten.

Um was geht es in der Erklärung konkret?

Karaoglu: Es geht unter anderem um den Arbeits- und Gesundheitsschutz und um Standards bei der Unterbringung von Beschäftigten. Zudem müssen alle Werk- und Dienstvertragsunternehmen, die von Daimler beauftragt werden, ihren Beschäftigten mindestens die Einstiegsvergütung des jeweiligen regional anwendbaren Branchentarifvertrags zahlen. Unabhängig davon, ob sie tariflich gebunden sind oder nicht. Weitere Grundsätze betreffen den Einsatz von Zeitarbeitskräften und Subunternehmern.

Wie sichert Daimler die Einhaltung der sozialen Standards ab?

Karaoglu: Firmen, die von Daimler mit der Erbringung einer Werk- oder Dienstleistung beauftragt werden, müssen unsere sozialen Grundsätze erfüllen. Um auch die Nachhaltigkeit zu gewährleisten, überprüft ein Auditteam stichprobenartig die Einhaltung der Standards und die korrekte Durchführung der Werk- und Dienstverträge.

Und wie profitieren davon die Lieferanten?

Karaoglu: Soziale Standards sind unverzichtbar für die Arbeitsteilung und unseren gemeinsamen Erfolg. Sie bilden den Grundstein, um Werk- und Dienstverträge weiterhin wettbewerbsfähig nutzen zu können. Mit den sozialen Grundsätzen übernimmt Daimler eine Vorreiterrolle, denn sie gehen in vielen Punkten über existierende gesetzliche Regelungen hinaus.

Seit September gibt es eine aktualisierte Lieferantenerklärung.

Karaoglu: Die Überarbeitung war notwendig, da das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ab April 2017 geändert wurde. Wir haben die Lieferantenerklärung aber nicht nur dahingehend aktualisiert. Wir haben zudem noch einige weitere Regelungen angepasst, beispielsweise zur Auditierung und Kündigung.

Was müssen die betreffenden Lieferanten jetzt tun?

Karaoglu: Seit September 2017 versenden wir die Unterlagen an unsere Werk- und Dienstvertragsunternehmen. Bis Mitte 2018 wollen wir allen Lieferanten, die auf den Daimler-Betriebsgeländen für uns tätig sind, die neue Erklärung zur Verfügung zu stellen. Damit für unsere Partner alles reibungslos abläuft, erhalten sie zusätzlich zum Formular auch eine FAQ-Liste sowie die Broschüre „Leitsätze Arbeits- und Gesundheitsschutz“.

Datum:
23.11.2017
Autor:
Birgit Hennefarth
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