Von 1896 bis heute – Meilensteine der Lkw-Geschichte

Automobilausstellung in Paris

Der Lastkraftwagen feiert in diesem Jahr 120 Jahre Jubiläum. Seine Vorläufer stammen von Carl Benz und Gottlieb Daimler. Zwischen den ersten Fahrzeugen mit Kastenaufbau und dem heutigen vernetzten Truck liegen viele Entwicklungsschritte.

Als der erste „Lieferungswagen“ über die Straßen von Paris rollte, staunten die Menschen sicher nicht schlecht. Der motorisierte Transport von Gütern sollte den Lebensstandard aller verbessern – und tat es auch. Sowohl Carl Benz als auch Gottlieb Daimler bauten 1896 die ersten Vorläufer des modernen Lastkraftwagens. Die Nachfrage war anfangs eher schleppend, doch Daimler und Benz ließen sich in ihrer Idee nicht beirren, dass sich der motorisierte Transport durchsetzen würde. Denn diese Art der Güterversorgung war schneller und effizienter als die üblichen Pferdefuhrwerke, Schiffe und Eisenbahnen.

Lieferungswagen 1896
Im Jahr 1896 lieferte Carl Benz einen „Lieferungswagen“ mit Kastenaufbau an ein Pariser Kaufhaus. Der Wagen hatte eine 300 kg Nutzlast und benötigte eine Leistung von 5 PS zum Transport.

Kopf an Kopf

Bis zum Zusammenschluss beider Unternehmen 1926 konkurrierten Benz und Daimler auch im Lkw-Geschäft und entwickelten unabhängig voneinander einen Lastwagen mit Dieselmotor. Praktisch zeitgleich unternahmen beide Marken die erste Testfahrt mit Dieselantrieb im Sommer 1923. Nach einem Absatzeinbruch während der Weltwirtschaftskrise 1929 stieg die Zahl der Nutzfahrzeuge in Deutschland bis zum zweiten Weltkrieg. Der Durchbruch des Dieselmotors gelang der Daimler-Benz AG im Jahr 1932 mit einem neuem Lastwagenprogramm, zu dem auch der L6500 gehörte. Das Markenzeichen: Unter dem Mercedes-Stern prangt das Wort „Diesel“.

Krise und Aufschwung

Der beschwerliche Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg brachte nach einiger Zeit einen Innovationsschub, der sich vor allem in den sechziger Jahren verstärkte. Daimler-Benz baute mit dem Kastenwagen 1955 seine Transporter-Reihe aus und erweiterte sie 1967 mit dem „Düsseldorfer“ Großtransporter. Außerdem gliederte das Unternehmen namhafte Traditionsmarken wie Krupp und Hanomag-Henschel ein. Die Siebziger waren vor allem von der „Neuen Generation“ schwerer Lastwagen wie dem Mercedes-Benz 16-Tonner 1624 geprägt. Aus dem „Düsseldorfer“ entwickelte sich der T2. Ende der 1980er Jahre wurde aus der „Neuen Generation“ die „Schwere Klasse“, die der Mercedes-Benz Actros 1996 ablöste.

Der Actros wird 20

Erst im November letzten Jahres wurde der Millionste Mercedes-Benz Actros übergeben, das Flaggschiff der Produktplakette von Mercedes-Benz Lkw. Ein Jahrhundert liegt zwischen dem ersten Transporter im Jahr 1896, der ein Kaufhaus mit Verbrauchsgütern versorgte, und einem Hochleistungskraftfahrzeug wie dem Actros. Er feiert 2016 ebenfalls ein Jubiläum: 20 Jahre.

Auf ein Neues

Daimler Trucks feiert das 120. Jubiläum und blickt gleichzeitig ambitioniert in die Zukunft. Um der weltweit führende Truck-Hersteller zu bleiben, gilt es heute die Führungsposition noch weiter auszubauen. Das nächste große Entwicklungsziel ist der vollständig vernetzte Lkw; mit ihm leitet Daimler einen radikalen Wandel des Transports ein. So verbessert das Unternehmen Nachhaltigkeit, Sicherheit und Leistungsfähigkeit des gesamten Logistiknetzwerkes.

Datum:
02.05.2016
Autor:
Catharina Kohnen
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