Vom lokalen Ersatzteil-Bedarf zum Global Contract

Stock-Material

Die Produktionskapazitäten bei Daimler steigen. Damit setzt das Unternehmen noch mehr Produktionsanlagen ein und braucht damit mehr Ersatzteile. Für die Beschaffung dieser Ersatzteile haben sich die Einkäufer von International Procurement Services (IPS) nun global vernetzt.

Mercedes-Benz baut die C-Klasse an vier Standorten: im deutschen Bremen, East London (Südafrika), der chinesischen Hauptstadt Peking und Tuscaloosa, USA. Die Maschinen in der weltweiten Produktion stammen häufig von den gleichen Herstellern. Eine Steuerung in einem Roboter der C-Klasse Produktion in Südafrika ist beispielsweise die gleiche wie in einem Roboter in Deutschland. Der Nichtproduktionsmaterial-Einkauf IPS ist für die Beschaffung von Ersatzteilen zuständig. Dazu gehört auch die Roboter-Steuerung. Die Einkäufer prüfen vorausschauend, welche Ersatzteile benötigt werden. Anhand vorhandener Daten und über alle Produktionsstandorte hinweg. Somit kann sich IPS optimal auf die weltweit aufkommenden Bedarfe einstellen und diese in Verhandlungen mit Lieferanten berücksichtigen.

Ersatzteilbeschaffung global gebündelt

Bisher hat der Einkauf lokale Verträge zur Ersatzteilbeschaffung verhandelt. Es galt die Faustregel: Ein Land, eine Verhandlung. Für die Ersatzteile der Produktionsanlagen der C-Klasse gab es also jeweils eine Vertragsverhandlung in Deutschland, Südafrika, China und den USA. Das ist nun anders. Weil viele Lieferanten weltweit vertreten sind, gibt es bei IPS seit dem vergangenen Jahr den so genannten „Global Contract“. Ein Rahmenvertrag mit einem weltweit vertretenen Partner wird einmal verhandelt und regelt die Konditionen für alle Ersatzteile weltweit. Der Beschaffungsaufwand ist damit deutlich reduziert. Das wissen auch die Lieferanten zu schätzen:

Dank IPS hat sich die Komplexität der internationalen Verträge deutlich reduziert. Es gibt nur noch einen übergreifenden Vertrag im Zentrum, der die Konditionen auf dem gesamten Globus regelt. Das schafft Transparenz und Fairness und reduziert den Aufwand für alle Beteiligten. IPS hat uns und Daimler auf globaler Ebene weiter zusammenwachsen lassen.

Karina Santjohanser, Director Parts, Repairs & Used, KUKA Roboter GmbH

Ersatzteile müssen jederzeit verfügbar sein

Ein Ersatzteil mag gegenüber einer neuen Maschine weniger wichtig erscheinen. Doch wenn die Steuerung fehlt und der Roboter damit ausfällt, steht im schlechtesten Fall die Produktion. Die Zusammenarbeit mit global aufgestellten Lieferanten, die uns optimal unterstützen, soll diesem Szenario vorbeugen. Dazu gehört es auch, Lieferwege und Lagerbestände zu optimieren. Der „Global Contract“ trägt dazu bei, dass ein Ersatzteil verfügbar ist, wenn es benötigt wird und zügig in die Produktion gelangt. Möglich wird das beispielsweise durch Lagerung bei den Lieferanten oder eine 24 Stunden-Belieferung. Beides kann in dem Vertrag geregelt sein.

Bild1_Gruppe_klein
Global Spare Parts Team (v.l.n.r.): mit N. Adams (Mandat NAFTA); D. Schwenger; R. Sievers; Z. Kerekes (Mandat EU); M. Bonk; M. Goekce; J. Windvogel (Mandat Südafrika); U. Stohler; Z. Pencz; X. Youyou.

Die Ersatzteil-Experten vernetzen sich weltweit

Bis zum vergangenen Jahr regelte IPS die Ersatzteilbeschaffung lokal. So hat sich ein amerikanischer Einkäufer mit seinem lokalen Kunden, der Instandhaltung in den USA, unabhängig verständigt. Mittlerweile ist ein „Global Spare Parts Team“ im Einsatz. Das Team setzt sich aus Einkäufern aus der ganzen Welt zusammen. In einer virtuellen Besprechung diskutieren die Mitglieder einmal im Monat lokale Themen auf globaler Ebene. Morgens um 7 Uhr in den USA, abends um 21 Uhr in China. Neu ist auch das Konzept der Mandatsträger: ein Einkäufer hat das Mandat für eine Region. Ein Kollege aus Ungarn ist zum Beispiel für alle europäischen Standorte verantwortlich. Er sichert eine effiziente Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Das Besondere: die Experten von IPS haben das gleiche Verständnis von Ersatzteilbeschaffung. Trotz unterschiedlichster lokaler Anforderungen, komplexer Systeme und trotz Prozessen, die sich wandeln.

Mehrwert des Global Contracts
Mehrwert des Global Contracts für Daimler und die Lieferanten.

IPS arbeitet mit den Lieferanten daran, die Zukunft der globalen Ersatzteilbeschaffung zu gestalten. Der Anfang mit den ersten zehn verhandelten „Global Contracts“ ist gemacht, viele weitere werden folgen.

Datum:
23.02.2016
Autor:
Robin Sievers
Vorheriger
Artikel
Nächster
Artikel