Viele Industrien, einheitliche Standards

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Die Daimler AG war Anfang Juli Gastgeber der industrieweiten econsense-Projektgruppe „SCM – Nachhaltigkeit in der globalen Lieferkette“. Im Fokus der Nachhaltigkeitsexperten stand unter anderem ein Trainingspaket für Lieferanten zum Thema Menschenrechte.

Mehrmals im Jahr treffen sich die Experten der econsense-Projektgruppe um über die nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft zu beraten. Im Juli war Daimler Gastgeber. Zu den zentralen Themen des Treffens gehörte ein Trainingspaket zur „Achtung der Menschenrechte in der Lieferkette“. Das Schulungsmodul richtet sich an Lieferanten. Die Inhalte: konkrete Erwartungen hinsichtlich der unternehmerischen Sorgfaltspflicht bei Menschenrechten („Human Rights Due Diligence“).

Sie werden beschrieben anhand von praktischen Beispielen sowie einer kurzen Checkliste, die aufzeigt, wie die Bedingungen in Lieferketten verbessert werden können. Zum Beispiel hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsschutz. Einkäufer erhalten eine Anleitung sowie weiterführende Informationen als Hilfestellung. Das E-Learning wird in vier verschiedenen Sprachen im Daimler Supplier Portal veröffentlicht (Englisch, Deutsch, Spanisch, Chinesisch).

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Die econsense-Projektgruppe „SCM – Nachhaltigkeit in der Lieferkette“.

Industrieweit standardisiert

Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) ist an der Arbeit der Projektgruppe interessiert. Nachhaltigkeitsexperten von Automobilherstellern und Zulieferer erarbeiten zurzeit einheitliche soziale und ökologische Mindeststandards für Lieferanten. Der VDA möchte diese Standards in Kürze als Empfehlung veröffentlichen. Als weiterer Schritt soll der OEM-übergreifende Fragebogen (Self-Assessment) für Lieferanten weiterentwickelt und für deren Lieferkette eingesetzt werden. Er ermöglicht eine „einheitliche Sprache“ der OEMs und sorgt dafür, dass Lieferanten nur einen Fragebogen ausfüllen müssen.

Der Daimler-Einkauf engagiert sich aber nicht nur in Deutschland im Bereich Nachhaltigkeit. Maßnahmen ergreift er auch im Rahmen der „Europäischen Automotive-Arbeitsgruppe zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette“, unter dem Dach von CSR Europe. Gemeinsam mit anderen Automobilherstellern organisiert Daimler das erste „Sustainable Supply Chain Logistics Forum“ am 20. September 2016 in Berlin. Ein Bericht darüber wird anschließend im Daimler Supplier Magazine Online veröffentlicht.

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Zugang zu medizinischer Versorgung, Streikrecht und faire Löhne sind nur wenige Aspekte der unternehmerischen Sorgfaltspflicht.

Keine Geschäftsbeziehung ohne Nachhaltigkeit

Lieferanten müssen klar definierte Anforderungen erfüllen, damit ein Produkt als „nachhaltig produziert“ gilt. Die Supplier Sustainability Standards sind Bestandteil der Vertragsbedingungen und Grundlage für jede Geschäftsbeziehung; ob mit produzierenden Lieferanten oder Dienstleistern weltweit. Direkte Lieferanten sind verpflichtet, die Nachhaltigkeitsstandards einzuhalten, sie an ihre Mitarbeiter zu vermitteln und in ihre vorgelagerten Wertschöpfungsketten hineinzutragen. Daimler unterstützt seine Zulieferer durch zielgerichtete Informationen und Qualifizierungsnahmen.
Einen Beitrag dazu leistet auch eine Broschüre als Orientierungshilfe, die gemeinsam mit Industrieverbänden entstanden ist. Sie beschreibt den Grundkonsens der econsense-Mitglieder über die zentralen Aspekte unternehmerischer Nachhaltigkeit. Das Ziel: Förderung des gemeinsamen Grundverständnisses großer und kleiner Firmen über unternehmerische Nachhaltigkeit. Und: ein vereinfachter Dialog über Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette.

Der Einkauf von Daimler setzt die Zusammenarbeit mit anderen Automobilherstellern und Verbänden fort, um Nachhaltigkeit in Lieferketten weiter zu verankern.

Datum:
20.07.2016
Autor:
Florence Göckeritz
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