Treibstoff für die Digitalisierung

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Ohne sie geht nichts im Zeitalter der Digitalisierung: neue Ideen. Besonders viele davon kommen aus Korea. Einer der Marktplätze hierfür: die Korea Autoparts & Accessories (KOAA) Show in Seoul. Koreas größte Zulieferermesse im Automobilbereich ist ideal, um nach innovativen Lieferanten Ausschau zu halten.

Die Pfade im Silicon Valley in Kalifornien sind mittlerweile ziemlich ausgetrampelt. Relativ frisch gepflastert hingegen sind die Wege im Pangyo Techno Valley in Südkorea. 20 Kilometer südöstlich der 10-Millionen-Metropole Seoul hat die koreanische Regierung in den letzten10 Jahren mit Steuergeldern eine Denkstadt aus dem Boden gestampft. Hinter Fassaden aus Glas, Stahl und Beton forschen und entwickeln knapp 1.000 Firmen. Die meisten davon Start-Ups. Etliche abgewandert aus dem aus der Popmusik bekannten Gangnam. 7 der 10 größten koreanischen Hersteller von Computerspielen haben sich in Pangyo niedergelassen, insgesamt arbeiten hier rund 60.000 Menschen. Der Treibstoff für die Digitalisierung kommt also nicht nur von den Technologie-Giganten Samsung und LG.

40 Kilometer entfernt vom Pangyo Techno Valley befindet sich einer der Marktplätze für neue Ideen rund um das Automobil. Die KOAA Show in Seoul. Auf der größten Zulieferermesse Koreas präsentierten sich an drei Tagen rund 350 Aussteller. Als einziger Automobilhersteller ist Mercedes-Benz vertreten. Und das nach der Präsenz im Vorjahr bereits zum zweiten Mal. „Die KOAA Show ist eine gute Plattform, bestehende Lieferantenkontakte zu vertiefen und nach neuen Impulsgebern Ausschau zu halten“, erklärt Klaus Zehender, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Einkauf & Lieferantenqualität (MP). Der MP-Messestand auf der KOAA Show wirkt wie ein Magnet auf die Besucher. Die beiden Exponate, die Mercedes-Benz E-Klasse Limousine und der Mercedes-AMG GT S, sind beliebte Selfie-Motive. Zu den bereits im Vorfeld der Messe vereinbarten Terminen kommen viele spontane Gespräche mit Lieferanten hinzu.

Zentrale Frage der Zulieferer bei den Erstkontaktgesprächen: Wie wird man denn überhaupt Lieferant der Daimler AG? Die ausführliche Antwort darauf liefert das Business Forum von Mercedes-Benz Cars. Die rund 150 koreanischen Zulieferer im Veranstaltungssaal bekommen im Rahmen eines Vortrags einen Überblick über Struktur und Arbeitsweise von Mercedes-Benz Cars Einkauf & Lieferantenqualität (MP). Schnell wird klar, E-Mobilität und insbesondere die fortschreitende Digitalisierung verändern die Einkaufsprozesse entscheidend. Ähnlich ist das bei den Zuhörern im Saal. Keiner schreibt mit. Das Aufzeichnen übernimmt das Smartphone. Auch die Präsentationsfolie mit den drei Stellhebeln für den Erfolg wird von den Lieferanten abgelichtet: Innovation, Spitzenqualität und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Ergänzt wird der MP-Vortrag durch die Vorstellung der Aktivitäten von Research & Development Korea.

Zugegeben, Lieferant von Mercedes-Benz wird man nicht von jetzt auf nachher. Der Weg ist lang und bis zum Ziel müssen etliche Stufen der Erfolgstreppe erklommen werden. Und potentielle Lieferanten benötigen auf jeder Stufe grünes Licht, um einen weiteren Schritt nach oben gehen zu dürfen. Kontaktaufnahme, Unternehmensvorstellung, Analyse, Systemintegration, Workshops, Testlieferungen. Wohin die Treppe führen kann, beweist der koreanische Lieferant Hyundam. Er wurde für seine Kraftstofffördermodule mit dem Daimler Supplier Award 2015 in der Kategorie „Qualität“ ausgezeichnet. Für höchste Fertigungsstandards und exzellente Prozesse bei Entwicklung und Produktion.

Mercedes-Benz E-Klasse Limousine: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,3-3,9 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 144-102 g/km; Effizienzklasse: B-A+.
Mercedes-AMG GT S: Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,6-9,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 224-219 g/km; Effizienzklasse: G.

Datum:
04.11.2016
Autor:
Rasmus Muttscheller
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