Super! Statt normal

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Immer wenn in einem Mercedes-Benz Werk Fahrzeuge vom Band rollen, Dienst- oder Testwagen betankt, Motoren geprüft oder Gebäude beheizt werden, ist auch der lokale Einkauf im Spiel. Warum nicht das Know-how bündeln und Kraftstoff-Lieferanten weltweit beauftragen?

Erfahrung ist wertvoll – und trotzdem lohnt es sich, über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinauszuschauen. Diesem Impuls folgte die Einkäuferin Monika Lichtner von International Procurement Services (IPS). Rückenwind für ihre aktive Haltung verspürte sie auch durch die Daimler-Initiative Leadership2020, die den Wandel der Arbeitskultur für künftige Unternehmenserfolge vorantreibt.

Local goes global

Bis dato wurden Kraftstoffe und Heizöl lokal eingekauft, also pro Land durch ein Team. Derzeit setzt die Daimler AG jedoch verstärkt auf Global Commodity Management. Mit diesem Ansatz des global betrachteten Warenmanagements war es für die Stuttgarter Einkaufsexperten nur konsequent, die Neuvergabe – zunächst einmal testweise – mit internationalen Einkaufskollegen gemeinsam durchzuführen. Vorteile waren dadurch insbesondere beim Prozess und den Kosten zu erwarten.

Sieben Mercedes-Benz Standorte beteiligten sich an der globalen Ausschreibung: Deutschland, Frankreich, Ungarn, Spanien, Japan USA und Mexiko. Unter Leitung der Stuttgarter IPS-Einkäuferin Monika Lichtner gestalteten sie ab Herbst 2016 den innovativen Vergabeprozess, an dessen Ende „STERN light“ stand. Ein Lieferanten-Tag, an dem alle Aufträge final vergeben werden – mit gleichen Chancen für alle und vorab festgelegten Regeln. Ziel war eine optimale Lieferantenauswahl und bestmögliche Einkaufsergebnisse für alle Beteiligten. Und das strebte die Projektgruppe mit ihrem Verhandlungsdesign über mehrere Etappen an.

STERN light Einkaufsteam
Gemeinsamer Erfolg: Beim „STERN light“-Event in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena nominierte das globale Einkaufsteam ihre neuen Partner.

Verhandlungsdesign und Vergabeprozess

Nach der globalen Ausschreibung erfolgte die Lieferanten-Vorauswahl. In klassischen Face-to-Face-Gesprächen wurden die Ölunternehmen und ihre Angebote unter die Lupe genommen: technische und kaufmännische Spezifikationen sowie die Preise. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen mussten hundertprozentig stimmen. Um das zu gewährleisten, unterstützte die Rechtsabteilung die komplexen Verhandlungen.

Schließlich folgte „STERN light“. Sechs Ölunternehmen hatten sich in der Vorauswahl behauptet und nun ging es darum, für die verbliebenen vier Länder Deutschland, Frankreich, USA und Mexico, die finalen Partner zu nominieren. Dafür wurden die Endrundenteilnehmer im Oktober 2017 in die Mercedes-Benz Arena nach Stuttgart eingeladen. Ein spektakulärer Rahmen, um die Vergabe zu entscheiden. So ließen sich die neuen Kraftstoff-Partner rasch identifizieren: “Total” für Deutschland und Frankreich sowie “APP/World Fuels” für USA und Mexiko.

STERN light Total Deutschland GmbH
Dr. Holger Stolzenburg (links) und Dietmar Gerkens, Total Deutschland GmbH/Total Mineralöl GmbH, freuen sich mit Monika Lichtner, Daimler AG.

Voraussetzung für unser Auswahlverfahren am Lieferanten-Tag war die absolute Transparenz im Vorfeld. Da hier alle relevanten Aspekte abgestimmt und mit allen Beteiligten final vereinbart waren, konnten wir uns in der letzten Runde auf den Preis als Entscheidungskriterium fokussieren.

Monika Lichtner, Einkauf Kraftstoffe IPS, Daimler AG

STERN light Associated Petroleum Products
Adrian Baber (links) und Spencer C. O’Neal, APP Associated Petroleum Products/World Fuel Services, nach erfolgreichem „STERN light”-Event.

Nachhaltiger Erfolg – auch für Lieferanten

Aber wurden nach Abschluss dieses ersten Testlaufs auch die Erwartungen hinsichtlich gemeinsamer Vorteile erfüllt? Das lässt sich mit einem klaren “Ja” beantworten. Der STERN light Vergabeprozess erwies sich als besonders effizient. Ebenso konnten alle vier Einkaufsteams Vorteile für sich verbuchen. Um davon auch in Zukunft profitieren zu können, wird aus der lokalen nun eine regionale Commodity. Heißt: Künftig werden Kraftstoffe und Heizöl innerhalb der Regionen Europa und Amerika gemeinsam ausgeschrieben. Und davon profitieren auch die Ölunternehmen! Nicht nur, dass sie bei einer Vergabe den Zuschlag für mehrere Mercedes-Benz Standorte bekommen können. Die regionalen Auftragskontingente können auch sukzessive erweitert werden. Durch den zentralen Ansprechpartner im Einkauf sowie regional einheitliche Prozesse für Ausschreibungen, Verträge und Abrechnung gewinnen Lieferanten zusätzlich an Effizienz.

Datum:
09.05.2018
Autor:
Birgit Hennefarth
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