Stark für Menschenrechte

Daimler_Human Rights

Daimler geht in die Offensive für eine nachhaltige Rohstofflieferkette. Die Effektivität der bisherigen Maßnahmen wird mit dem neu entwickelten systematischen Ansatz, dem „Human Rights Respect System“, erhöht.

Nachhaltigkeit ist eines der Grundprinzipien in der Unternehmensstrategie der Daimler AG und zugleich Maßstab für unternehmerischen Erfolg. Als weltweit tätiger Automobilhersteller steht das Unternehmen vor industriespezifischen Herausforderungen. Für einen nachhaltigen Geschäftserfolg ist es notwendig, die damit verbundenen Chancen zu nutzen und die Risiken zu begrenzen. Deshalb verstärkt Daimler seine Aktivitäten zur Achtung der Menschenrechte. Das Unternehmen geht damit einen weiteren wichtigen Schritt, um auch künftig Mobilität nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller Rohstoffbezug. Daimler hat deshalb einen systematischen Ansatz zur Achtung der Menschenrechte entwickelt, das Human Rights Respect System. Mit seiner risikoorientierten und systematischen Herangehensweise erhöht es die Effektivität der bisherigen Maßnahmen und wirkt auch entlang komplexer Lieferketten.

Menschenrechtsverletzungen wirksam entgegen treten

„Daimler macht sich stark für Menschenrechte“, sagt Renata Jungo Brüngger, Vorstandsmitglied der Daimler AG, Integrität und Recht. „Wir wollen Menschenrechtsverletzungen frühzeitig und wirksam entgegen treten und haben dafür die erforderlichen Instrumente geschaffen. Bei mehreren zehntausend Lieferanten und noch viel mehr Sublieferanten müssen wir dabei risikobasiert vorgehen, dafür liefert unser Human Rights Respect System die systematische Grundlage.“ Mit dem Human Rights Respect System entspricht Daimler den Anforderungen aus dem „Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte“ der Bundesregierung, der bis 2020 mindestens für die Hälfte der großen Unternehmen in Deutschland ein System zur Achtung von Menschenrechten vorsieht.

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Das Human Rights Respect System bei Daimler orientiert sich an dem konzernweit gültigen Compliance Management System. Es soll Risiken für und mögliche negative Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf die Achtung der Menschenrechte frühzeitig erkennen und vermeiden. Renata Jungo Brüngger: „Das Human Rights Respect System umfasst die systematische Prüfung potenzieller Menschenrechtsrisiken, das Definieren der erforderlichen Maßnahmen, um die Risiken zu minimieren, sowie die Evaluation der Umsetzung und ein umfassendes Reporting.“ Diese Systematik wird schrittweise sowohl für die Daimler Mehrheitsbeteiligungen als auch für die Geschäftspartner-Prüfungen in der Lieferkette umgesetzt. Grundlage sind dabei die Anforderungen zur Achtung von Menschenrechten aus den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitlinien, dem UN Global Compact und der Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte.

Mercedes-Benz Cars macht Rohstoff-Lieferketten transparent

Um der Verantwortung für die Gesellschaft gerecht zu werden, hebt Mercedes-Benz Cars die Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette auf das nächste Level. Dazu arbeitet Mercedes-Benz Cars mit 1.500 Lieferanten weltweit zusammen. Klaus Zehender, Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, Einkauf & Lieferantenqualität sagt: „Die Mercedes-Benz Cars Lieferantenstrategie basiert auf Innovation, Spitzenqualität und Partnerschaft. Nachhaltiger Rohstoffbezug und die Wahrung von Menschenrechten haben für uns oberste Priorität.“ Deshalb gehen die Maßnahmen über die direkten Lieferanten hinaus. Sabine Angermann, Bereichsleiterin Einkauf & Lieferantenqualität für Rohmaterial und Strategie, Mercedes-Benz Cars: „Wir schaffen aktiv Transparenz in der Lieferkette, bei Bedarf bis hin zur Mine. Dazu führen wir unter anderem Audits mit unseren Expertenteams vor Ort durch.“ Dies gilt für Materialien in Batteriezellen, wie beispielsweise Kobalt – aber auch für klassische Rohstoffe wie zum Beispiel Stahl, Aluminium oder Glimmer.

Für den Umstieg auf die Elektromobilität werden vor allem Lithium, Kobalt und Nickel benötigt. Mercedes-Benz Cars bezieht diese Metalle nicht direkt. Die Lieferketten umfassen über die erste Lieferstufe hinaus sehr viele Sub-Lieferanten. Daimler verpflichtet die Lieferanten die Nachhaltigkeitsstandards innerhalb der Lieferkette mit Nachdruck weiterzugeben und zu kontrollieren. Diese Nachhaltigkeitsstandards sind bereits seit Jahren in den Daimler Supplier Sustainabily Standards definiert. Wesentliche Bestandteile sind Anforderungen zu Arbeitsbedingungen und die Einhaltung der Menschenrechte. Kinderarbeit ist ausdrücklich verboten. Um die Weitergabe der Anforderungen an Zulieferer in nachgelagerten Wertschöpfungsstufen zu fördern, setzt das Unternehmen sowohl auf eigene Überprüfungen und Audits als auch auf Kommunikations- und Trainingsmaßnahmen. „Nicht nur der direkte Lieferant muss nachhaltig arbeiten, sondern die kompletten Lieferketten“, sagt Angermann. Um die Lieferketten zu kontrollieren, führt Mercedes-Benz Cars risikobasiert „Supply Chain Walks“ durch: Ausgangspunkt ist der Tier1-Lieferant und dann geht der Weg entlang der kritischen Stellen in der Lieferkette, bei Bedarf bis zur Mine. Die Vor-Ort-Kontrollen werden von interdisziplinären Teams durchgeführt. Diese bestehen aus Vertretern der 700 Qualitätsingenieure des Bereichs Einkauf und Lieferantenqualität sowie Experten für Nachhaltigkeit, Menschenrechte und Compliance. So hat Mercedes-Benz Cars beispielsweise für die Vergabe der Batteriezellen die Kobalt-Lieferkette transparent gemacht.

Engagement in Initiativen verstärkt Wirkung

Zusätzlich zu den eigenen Maßnahmen ist Daimler weiteren Initiativen beigetreten. Mit jeder der Initiativen verfolgt das Unternehmen konkrete Ziele. Im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie wird so der gesamte Lebenszyklus eines Produkts betrachtet – vom Lieferanten über die Produktion bis hin zum Recycling. Mit der Responsible Cobalt Initiative entwickelt Mercedes-Benz Cars Maßnahmen zur Bekämpfung von sozialen und ökologischen Risiken in der gesamten Kobaltlieferkette. So soll insbesondere das Risiko der Kinderarbeit vermindert sowie Transparenz und Governance erhöht werden.

Daimler ist Teil der gemeinnützigen Aluminium Stewardship Initiative geworden, um die Entwicklung eines unabhängigen Zertifizierungsschemas für die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette voranzutreiben. Die Responsible Steel Initiative setzt sich für die Erhöhung der Transparenz in der Lieferkette ein, indem sie ein Zertifizierungsschema entwickelt. Darüber hinaus ist Daimler in zahlreichen weiteren Initiativen engagiert, um die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die unternehmerische Verantwortung mitzugestalten. In diesem Sinne ist Daimler gewähltes Mitglied im Lenkungskreis des Deutschen Global Compact Netzwerkes oder Themenpate für Menschenrechte bei econsense, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Wirtschaft.

Datum:
14.05.2018
Autor:
Heike Rombach, Daniel Blatt
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