Made in China for China

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Die Daimler-Einkaufsbereiche erhöhen den Wertschöpfungsanteil lokaler Lieferanten in China. Einmal gefunden, werden neue Lieferanten gezielt entwickelt. Messen, Trainings, Vor-Ort Besuche. Ein wichtiger Aspekt dabei:
die Nachhaltigkeitsanforderungen.

Daimler erhöht weiter den Wertschöpfungsanteil lokaler Lieferanten an seinem Produktionsstandort China. Die Zahl lokaler Lieferanten stieg bereits in den letzten zehn Jahren von 5 auf 300. Bis 2020 sollen noch einmal einige dazu kommen. „Made in China for China“, so die Devise. Einkäufer an den lokalen Standorten – den „Einkaufs-Hubs“ – halten stets Ausschau nach neuen Lieferanten. Auf Messen, bei „Sourcing Weeks“ sowie im Rahmen von Workshops und Vor-Ort-Besuchen. Einmal identifiziert, werden neue Zulieferer im nächsten Schritt qualifiziert. Mit verschiedensten Maßnahmen.

Lokalisierungsgrad steigern!

Der Einkauf von Daimler Trucks unterstützt die chinesischen Lieferanten während ihres gesamten Entwicklungsprozesses. Zuständig ist das „China Sourcing House“ bei Daimler Greater China in Peking. Zu dessen Maßnahmen gehören On-Site Assessments, also Prüfungen bei den Lieferanten vor Ort. Auch Schulungen, in denen die Standards von Daimler vermittelt werden. Geht es um Themen wie Qualität, beteiligen sich Entwicklung, Lieferantenmanagement und Logistik an der Ausbildung. Zuletzt schulten die Bereiche gemeinsam 130 Lieferanten in nur vier Tagen.

Daimler hat bereits im Rahmen des Joint Venture Beijing Foton Daimler Automotive (BFDA) einen sehr hohen Lokalisierungsgrad bei Lkw erreicht. Diese Lieferanten sollen nun auch für den Export in verschiedenen Daimler Trucks-Standorten weltweit qualifiziert werden. Der Konzern hat hier in den letzten Jahren bereits sehr viele positive Erfahrungen gemacht. Gleichzeitig unterstützt Daimler die chinesischen Lieferanten dabei, international tätig zu werden.

Supplier Training Week
In Dalian an der Nordostküste Chinas erhielten drei Nutzfahrzeug-Lieferanten eine Trophäe für ihren außergewöhnlichen Einsatz.

Auch der Pkw-Einkauf verfolgt in China das Ziel, den Lokalisierungsgrad zu erhöhen. Derzeit liegt der „Local Content-Anteil“ im Werk von Beijing Benz Automotive (BBAC) bei rund 60 Prozent. Mit dem Anlauf zukünftiger Baureihen soll der Anteil auf 80 Prozent gesteigert werden. Mercedes-Benz Cars Procurement and Supplier Quality arbeitet vor allem daran, die Tiefenlokalisierung weiter auszubauen.

300 Lieferanten haben die Pkw-Einkäufer bereits erfolgreich entwickelt. Sie nutzen ihre „Lieferantenakademie“: eine Einrichtung, in der Ziele, Arbeitsabläufe und Anforderungen des Einkaufs vermittelt werden. Mit Erfolg. Unter den zehn größten Lieferanten von Mercedes-Benz Cars befinden sich bereits zwei rein chinesische Firmen. Elf der 300 wurden im vergangenen Jahr von BBAC als „Outstanding Supplier“ geehrt.

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Elf herausragende Pkw-Zulieferer wurden im Rahmen des BBAC Supplier Day 2015 in Peking für ihren Einsatz ausgezeichnet.

Ohne Nachhaltigkeitsstandards geht nichts!

Auch in China setzt der Einkauf bei der Zusammenarbeit auf Innovation, Spitzenqualität und Partnerschaft. Eine weitere Grundlage jeder Geschäftsbeziehung sind Nachhaltigkeitsanforderungen. Sie betreffen Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltschutz und Sicherheit, Geschäftsethik und Compliance. Ob Lieferanten sie erfüllen, prüft der Einkauf gezielt bei den Assessments vor Ort. Seit 2010 gibt es zudem Lieferantentrainings. Daimler führt sie gemeinsam mit anderen Automobilherstellern durch. In China gab es solche Trainings in den Jahren 2012, 2014 und 2015. Im Juni 2015 fand in Peking ein internationaler Workshop zu nachhaltigen Lieferketten statt, wo Daimler und lokale Lieferanten sich über ihre Erfahrungen austauschten.

Die Daimler-Einkaufsbereiche halten die Augen in China weiter offen. Denn auch wenn der Markt langsamer wächst: China ist und bleibt eines der wichtigsten Absatzgebiete für Fahrzeuge.

Datum:
06.04.2016
Autor:
Florence Göckeritz
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