Lieferantensets von morgen

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Anfang September erscheint die neue Ausgabe des Daimler Supplier Magazins. Das Leitthema in diesem Jahr: "Einkauf 4.0 – digital und vernetzt". In einem Interview sprechen die drei Einkaufsleiter darüber. Und über die Lieferantensets der Zukunft. Ein Ausschnitt.

Wie sehen die Lieferantensets derzeit und perspektivisch aus? Setzen Sie eher auf
neue innovative Unternehmen oder auf bestehende Partner, die bereits Automobilerfahrung mitbringen?

Marcus Schoenenberg: Bei unseren Beschaffungsumfängen, also für Lkw und Busse, werden die klassischen Automobilzulieferer auch weiterhin den größten Anteil im Lieferantenset haben. Allerdings werden sich einige Zukaufteile in ihrem Aufbau verändern. Denken Sie etwa an Motorsteuergeräte. Die Bedeutung von Software gegenüber Hardware wird noch zunehmen – zum Beispiel erfüllt Software die für viele Connectivity-Anwendungen so wichtigen Diagnosefunktionen. Deshalb überdenken wir heutige Geschäftsmodelle und überlegen, welche Bestandteile konzerneigen sein oder bleiben sollen. Eine der zentralen Fragen dabei: Was sind die wettbewerbsdifferenzierenden Umfänge? Um es auf den Punkt zu bringen: Ich kann mir vorstellen, dass Hard- und Software zukünftig stärker getrennt sind. Das führt zwangsläufig zu einer Erweiterung des Lieferantensets.

Sabine Lutz: Unsere Erfahrung bei International Procurement Services zeigt, dass junge und kleine Unternehmen oder auch Forschungseinrichtungen, mit denen wir im Austausch stehen, großartige Ideen entwickeln. Hier geht es nun darum, diese Ideen zur Marktreife zu bringen und in den automobilen Kontext erfolgreich zu integrieren. Für unsere etablierten Lieferanten aus der Automobilindustrie kommt es wiederum darauf an, ihre Umsetzungsstärke mit neuer Innovationskraft und Geschwindigkeit anzureichern, um auch in Zukunft bei der Digitalisierung wettbewerbsfähig zu bleiben.

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(v.l.n.r.): Dr. Klaus Zehender, Mitglied des Bereichsvorstands Einkauf & Lieferantenqualität, Mercedes-Benz Cars; Dr. Sabine Lutz, Leiterin International Procurement Services; Dr. Marcus Schoenenberg, Leiter Global Procurement Trucks and Buses.

Klaus Zehender: Bei Mercedes-Benz Cars Procurement & Supplier Quality betreiben wir sehr aktiv Innovations-Scouting auf Elektronik-Fachmessen, wie der CES in Las Vegas und Shanghai oder der KOAA in Südkorea. Wir halten dort gezielt Ausschau nach innovativen Zulieferern und Start-ups. Hier kommen auch neue Player ins Spiel, die man aus der IT-Industrie oder Unterhaltungselektronik kennt, aber im Automobilsektor nicht vermutet. Da heißt es nun für beide Seiten Lernbereitschaft zu zeigen, um die hohen Produkt-, Prozess- und Qualitätsanforderungen zu erfüllen.

Das gesamte Interview können Sie im gedruckten Daimler Supplier Magazine (Ausgabe 2016/17) lesen. Es erscheint Anfang September. Ein kostenloses Abonnement können Sie per E-Mail an dsn@daimler.com bestellen.

Datum:
01.09.2016
Autor:
Nadescha Vornehm
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