Krise? Neues Produkt!

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Zwei Weltkriegen und etlichen Wirtschaftskrisen trotzte Ibiden mit größtmöglicher Flexibilität. Im Laufe der 105-jährigen Geschichte wechselte das Unternehmen immer wieder seine Produkte. Orientiert an dem, was gerade gebraucht wurde.

Die Daimler Supplier Awards 2015 wurden vor gut einem Jahr vergeben. Damals ausgezeichnet von Global Procurement Trucks and Buses in der Kategorie Innovation: Ibiden. Die Japaner und ihre hochmodernen Dieselpartikelfilter unterstützen Daimler Trucks darin, den Verbrauch zu senken und damit noch umweltfreundlicher unterwegs zu sein. Das Produkt eines erfahrenen Automobilzulieferers? Heute ja. Mit Blick auf die Geschichte des Unternehmens, sollte man allerdings eher sagen: das eines Allrounders.

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Ibiden vor 105 Jahren, damals noch als Wasserkraftwerk.

1912 startete das Unternehmen als Wasserkraftwerk. Die Bedingungen waren von Beginn an widrig: wirtschaftliche Rezession und eine stockende Lieferung von Wasserrädern aus Deutschland wegen des ersten Weltkriegs. Ibiden, damals noch unter anderem Namen, stieg kurzerhand in das elektrochemische Geschäft ein. Sie produzierten damals Karbid und Karbon.

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Die Stadt Ogaki gilt als die am zentralsten gelegene Stadt Japans. In den 1920ern erlebte sie einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Vom Stadtentwickler zum Baustoffproduzent

Ogaki City. Der Sitz des Unternehmens. Anfang der 1920er Jahre war Ibiden mit seinem elektrischen Strom ein wichtiger Treiber der Stadtentwicklung. Viele Baumwollspinnereien und Chemieunternehmen entstanden. 1923 erneut eine schwierige Phase. Diesmal erschütterte eine Finanzkrise Japan. Das Unternehmen wurde von anderen aufgekauft und musste einige Jahre später zwei seiner fünf Kraftwerke abgeben, als elektrischer Strom im chinesisch-japanischen Krieg unter staatliche Kontrolle fiel.

 

Filmhäuser und andere Gebäude

Geschädigt vom Krieg, produzierte Ibiden zu Beginn der 1950er Jahre vor allem Hartmetalle und Calciumcarbid. Das hier hergestellte Karbon wurde als Lichtquelle für Filmprojektoren in Kinos verwendet. Mit dem Aufkommen der Xenon-Lampen war dieser Boom jedoch auch schnell wieder vorbei.

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Frühe Filmprojektoren nutzten Karbon als Lichtquelle.

Ibiden schwenkte erneut um und konzentrierte sich fortan auf die Produktion von Hartmetallen für die organische Synthese von Vinylchlorid. Eine neue Methode ermöglichte wenige Jahre später eine effizientere Produktion, so dass erneut umgedacht werden musste. Das Unternehmen produzierte nun Hartmetalle zur Entschwefelung in der Stahlproduktion. In den 1960er Jahren dann der Einstieg ins Baugeschäft. Dekoratives Laminat, Material für Decken und Fußböden. Alles „made by Ibiden“. Mit ihrem Kohlelicht-Bogen-Prozess hielt das Unternehmen zudem Einzug in die Schiffbauindustrie.

1973 kam mit der Ölkrise ein erneutes Tief. Energielieferungen wurden gekappt, auch der Bauboom war vorbei. Ibiden entschied, die Produktion elektrochemischer Produkte fallen zu lassen und wieder einmal neue Schwerpunkte zu setzen. Diese gelten teilweise bis heute. So wie der Name des Unternehmens, den es sich 1982 zum 70. Geburtstag gab.

IBIDEN steht für hochmoderne Filtersystem-Technologien. Das Unternehmen gehört zu unseren Champions für innovative Produkte. Warum? Weil sie stetig Ideen vorantreiben.

Dr. Marcus Schoenenberg, Leiter Einkauf Nutzfahrzeuge auf dem Daimler Supplier Award 2015.

Eine bewegte Erfolgsgeschichte

Das Produktportfolio besteht seit den 1980er Jahren vor allem aus Elektronik- und Keramikprodukten. Dazu gehören gedruckte Leiterplatten und Verpackungen aus Kunststoff, aber auch Karbonteile. Dieselpartikelfilter sind bei den Japanern seit 1999 im Angebot. Zeitgemäß ist auch ihre globale Aufstellung: 44 Standorte in 19 Ländern.

Nach 105 Jahren kann Ibiden seine eigene Geschichte somit als Erfolgsgeschichte bezeichnen. Die Partnerschaft mit Daimler ist es allemal. Ein optimistischer Blick in die künftige Geschichte darf damit erlaubt sein.

r.

Datum:
23.02.2017
Autor:
Nadescha Vornehm
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