Klimawandel im Actros

Mercedes-Benz Trucks - Driving Experience Slovenia 2015

Einkauf, Entwicklung und Lieferanten. Zusammen entwickelten sie in nur zweieinhalb Jahren eine neue Standklimaanlage für den Mercedes-Benz Actros. Das bestehende Konzept wurde um zwei Komponenten erweitert.

Der Mercedes-Benz Actros verfügt seit kurzem über eine neue Standklimaanlage. Sie ist leichter, platzsparender und kostengünstiger als ihre Vorgänger. Bei einer Maximalleistung von 2,5 kW. Möglich wurde das mit einem neu entwickelten elektrischen Klimakompressor, der technisch einmalig ist. Entwicklung und Einkauf von Daimler Trucks and Buses hatten gemeinsam nach einem Lieferanten mit passender technischer Lösung gesucht. Fündig wurden sie schließlich bei dem japanischen Automobilzulieferer Sanden. Das Unternehmen entwickelte für Daimler den ersten automotive-fähigen 24-Volt-Klimakompressor überhaupt.

Standklima_Artikel_Bild1.
Aufbau und Komponenten der elektrischen Standklimaanlage.

Zwei neue Komponenten

Die bis dahin übliche Standklimaanalage wurde durch zwei Komponenten ersetzt: den elektrischen Kältemittelverdichter (Kompressor) und ein Drucklüftermodul vor dem Klimakondensator. Läuft der Motor, wird der Kompressor der Klimaanlage mechanisch angetrieben – durch den Flachriemen. Der Kompressor verdichtet das Kältemittel auf ein höheres Druckniveau. Das Mittel erhitzt sich bei diesem Prozess. Steht das Fahrzeug, übernimmt der elektrische Kältemittelverdichter diese Funktion. Die beim Verdichten entstandene Wärme des Kältemittels wird im Klimakondensator entzogen. Dazu nutzt er bei abgestelltem Motor das Drucklüftermodul. Das Expansionsventil, das direkt vor dem Verdampfer liegt, entspannt das Kältemittel. So kann es bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärmeenergie aufnehmen. Das Fahrerhaus wird auch bei größter Hitze auf ein angenehmes Niveau gekühlt.

Mehr Raum, weniger Verbrauch

Das System verzichtet auf einen Kältespeicher sowie eine Rückwandeinheit. Durch sie wurde bisher kalte Luft in die Kabine eingeblasen. Das übernimmt nun die elektrische Standklimaanlage. Damit hat die Rückwandverkleidung keine Ausbuchtungen mehr und der Fahrer kann die obere Liege uneingeschränkt nutzen. Auch der Staukasten links unter dem Fahrerhaus ist wieder verfügbar. Darüber hinaus ist die neue Anlage deutlich leichter: 53 kg weniger als das Vorgängersystem. Das kommt der Nutzlast zu Gute. Die Energieversorgung von Verdichter, Drucklüftermodul und Gebläse sichert die Fahrzeugbatterie. Bis zu acht Stunden am Stück kann kühle Luft erzeugt werden. Das Wiederaufladen der Batterie kostet weniger Aufwand, als den Kältespeicher aufzuladen. Der Actros verbessert seinen Kraftstoffverbrauch.

Standklima_Infografik
Komponenten, die bei der elektrischen Klimaanlage entfallen.

In nur zweieinhalb Jahren haben Einkauf, Entwicklung und Lieferanten somit ein state-of-the-art Klimasystem entwickelt und umgesetzt. Neu ist nur der elektrische Klimakompressor. Ansonsten konnten die Projektbeteiligten auf die bestehende Technik aufsetzen. Auch darauf sind sie allesamt stolz.

Datum:
20.04.2016
Autor:
Nadescha Vornehm
Vorheriger
Artikel
Nächster
Artikel