Hightech-Partner seit 1901

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Beim Autorennen Nizza-Salon-Nizza machte Mercedes erstmals auf sich aufmerksam. Das Gewinnerauto im Jahre 1901 fuhr auf Luftreifen von Continental. Der Startschuss für eine erfolgreiche Partnerschaft.

Es ist zwar mit Aufwand verbunden, aber manchmal muss man raus aus dem Elfenbeinturm. Bequemer ist es schon, den Lieferanten zum Quartalsgespräch ins Hauptquartier von Mercedes-Benz Cars Einkauf & Lieferantenqualität (MP) nach Böblingen bei Stuttgart einzuladen. Aber irgendwie ist das wie Schwimmen ohne Wasser. Oder Autofahren ohne Motor. Um einen richtigen Eindruck von einem Lieferanten zu bekommen, muss man hinfahren. In diesem Fall 200 Kilometer Richtung Norden ins hessische Babenhausen. Einer der Standorte des Zulieferer-Giganten Continental. Knapp 17.000 Einwohner, 2.900 Arbeitsplätze bei Conti. Seit Anfang der 1960er-Jahre wird hier für Daimler produziert. Im Jahr 2016 waren es in Summe rund 2,2 Millionen Bauteile. Eine MP-Delegation mit Klaus Zehender an der Spitze war in Babenhausen zum Lieferantenbesuch.

Mehr als nur Reifen

Auch wenn Continental in Deutschland Marktführer in der Reifenproduktion ist, der größere Teil des Umsatzes wird mit Autoelektronik erzielt. Am Produktionsstandort Babenhausen sind das: Kombiinstrumente und Zentraldisplays, Head-up-Displays und Touchpads. Für Letztere gab es 2014 den Daimler Supplier Award. C-Klasse-Fahrer nennen das hochinnovative Touchpad in der Mittelkonsole auch liebevoll „Cobra“, wegen der Ähnlichkeit mit dem Halsbereich der Giftschlange. Wer sich Hightech „Made in Germany“ in der Produktion anschauen will, muss in den weißen Kittel schlüpfen. Neben dem Touchpad von besonderem Interesse für die MP-Delegation: Die Displayfertigung für die Mercedes-Benz E-Klasse. Im Grunde sind es ja zwei Displays mit Bilddiagonalen von jeweils12,3 Zoll. Ein Display für die Kombiinstrumente direkt über dem Lenkrad und das andere als Zentraldisplay über der Mittelkonsole. Durch ein gemeinsames Deckglas verschmelzen sie zu einem Widescreen Cockpit. Klaus Zehender, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Einkauf & Lieferantenqualität, fasst seine Eindrücke des Besuchs bei Continental zusammen: „Hier sieht man ganz klar: Deutschland ist ein Hightech-Standort. Hier sind Innovation und Spitzenqualität zu Hause.“

Die Partnerschaft zwischen Daimler und Lieferant Continental besteht seit über 100 Jahren. 1901 gewann erstmals ein Mercedes ein Autorennen. Nizza-Salon-Nizza. Auf profillosen Luftreifen von Continental. Mit 35 PS und knapp 90 km/h. In den 1920er-Jahren lieferte Conti die ersten Anzeigeninstrumente. Für den legendären Silberpfeil von 1954 Rennsport-Duplex-Bremsen und erste hydraulische Bremskraftverstärker. Ein weiterer Hightech-Meilenstein: Die weltweit erste Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie für den Mercedes-Benz S 400 HYBRID im Jahr 2009. Und die Zusammenarbeit geht weiter. Bauteile aus Babenhausen werden auch bei der nächsten Kompaktwagen-Generation mit an Bord sein. Es sieht also gut aus für die nächsten 115 Jahre dieser innovativen Partnerschaft.

 

Datum:
26.01.2017
Autor:
Rasmus Muttscheller
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