Genf, was gibt’s Neues?

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Bei Mercedes-Benz stellen sich E-Klasse Cabrio und Showcar AMG GT Concept dem Blitzlichtgewitter. Aber was gibt es auf dem Auto-Salon bei den Lieferanten zu entdecken?

Lange Motorhaube, straffes Verdeck und ein muskulös gestaltetes Heck. Zu kaufen gibt es das neue E-Klasse Cabrio erst im September. Eine Attraktion ist es aber jetzt schon auf dem Auto-Salon (9. – 19. März 2017) in Genf. Und am Stand von Mercedes-Benz können die Messebesucher noch weiter in die Zukunft schauen: Der Mercedes-AMG GT Concept präsentiert sich als Showcar.

Der Auto-Salon ist die erste Automobilmesse des Jahres in Europa. Klar, dass es in Genf Weltpremieren hagelt, wie Kamelle auf dem Kölner Rosenmontagsumzug. Gedanklich und auch arbeitstechnisch sind aber Entwickler und auch Einkäufer den Neuvorstellungen um ein paar Jahre voraus. Klaus Zehender, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars Einkauf & Lieferantenqualität macht deutlich: „Mit unserer Elektromarke „EQ“ schaffen wir ein ganzheitliches elektromobiles Ökosystem. Dabei gestalten wir die Mobilität der Zukunft durch die Kombination der Themen Konnektivität, autonomes Fahren, Sharing und Elektromobilität, kurz „CASE“. Hierzu müssen wir ständig nach Innovationen Ausschau halten, auch auf Messen wie in Genf.“ Auch an den Ständen der Zulieferer bekommt man auf dem Auto-Salon eine Vorstellung, wo die Reise auf vier Rädern hinführt.

 

Reifen ohne Luft

 

Immer mehr Lieferanten entscheiden sich dafür, in Genf Flagge zu zeigen. Erstmals dabei: Reifenhersteller Falken. Und bei dem ist auch gleich die Luft raus. Aus seinen Reifen. Mit der Technologie „Gyroblade“ sollen die Reifen nämlich ohne bestimmten Luftdruck auskommen. Kein Aufpumpen mehr und den Luftdruck muss man auch nicht kontrollieren. Magna setzt auf eine Abkürzung mit gleich sechs Buchstaben: FCREEV. Das steht für „Fuel Cell Range Extended Electric Vehicle“. Das Brennstoffzellen-Range-Extender-Konzept kombiniert die Vorteile des emissionsfreien elektrischen Fahrens mit schnellem Wasserstofftanken. Ziel: Ganz weit fahren, ohne Emissionen. Der Entwicklungsdienstleister EDAG zeigt sich „proruptiv“ mit einem Engineering-Ansatz für mehr Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Und: Kundenwünsche können nun auch schneller und kurzfristiger einfließen. Was 2001 noch drei Jahre gedauert hat, verkürzt sich heute in der Entwicklung auf drei Monate.

Berühren, streichen, fühlen. Statt drehen, schieben, drücken. Die Dr. Schneider Unternehmensgruppe stellt in Genf die nächste Generation seiner Bedienelemente vor. Anfassen erwünscht! Auch wenn Dr. Schneider erst kürzlich mit dem Daimler Supplier Award in der Kategorie „Innovation“ ausgezeichnet wurde, ausgeruht wird nicht. Bremsenhersteller Brembo stellt den neuen ECS-Bremssattel vor. Er ist vollständig aus Aluminium gefertigt, statt aus Gusseisen. Das bedeutet weniger Gewicht. Außerdem verbindet der ECS-Bremssattel die Funktionen einer Betriebs- mit denen einer Feststellbremse. Der Schweizer Autovisionär Frank M. Rinderknecht zeigt seine Studie „Rinspeed Oasis“. Nur eine Europapremiere, denn der urbane Flitzer wurde im Januar bereits auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Um die Studie herum präsentieren sich die beteiligten Lieferanten. Sozusagen ein kleiner „Supplier Park“, in dem sie auf kleiner Fläche ihre jeweiligen Beiträge zur Studie ausstellen. Wie etwa ZF sein „Intelligent Rolling Chassis“, ein Plattformkonzept für urbane Fahrzeuge mit achsintegrierten elektrischen Antrieb. Und Harman seine „Life-enhancing Intelligent Vehicle Solutions“ (LIVS). Neben der klassischen Navigation bekommt der Fahrer einen Assistenten, der ihn mit personalisierten Meldungen unterstützt.

Mercedes-Benz E-Klasse:
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,1 – 2,1 l/100 km; Elektrischer Energieverbrauch: ab 11,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 206 – 49 g/km

Datum:
15.03.2017
Autor:
Rasmus Muttscheller
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