Frühlingsgefühle in Genf

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Die erste große Automesse des Jahres in Europa. Der Auto-Salon in Genf. Der Frühling ist nicht weit, Mercedes-Benz und einige Zulieferer sorgen für die passenden Gefühle.

Ein Magnet auf dem Auto-Salon. Jeder will es sehen, das C-Klasse Cabriolet von Mercedes-Benz. Das gab es schließlich noch nie, eine Oben-Ohne-Version der C-Klasse. Der erste Eindruck: Das neue Cabrio wirkt frisch und sportlich. Und durchaus auch luxuriös. Vor allem das Verdeck. Es ist vom S-Klasse Cabriolet abgeleitet. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h lässt es sich in weniger als 20 Sekunden öffnen und schließen. Serienmäßig ist auch viel Sicherheit an Bord. ATTENTION ASSIST und COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS. Reagiert der Fahrer nicht auf akute Kollisionsgefahren kann das System autonom bremsen. Das C-Klasse Cabriolet profitiert eindeutig von der Modulstrategie. Durch die Verblockung von Bauteilen sowohl mit der C-Klasse-Limousine als auch mit E- und S-Klasse kann effektiver entwickelt und produziert werden. Die Messebesucher in Genf wissen da gar nicht, was sie sich zuerst anschauen sollen: das C-Klasse Cabrio oder die neue E-Klasse. Diese hat nach der Weltpremiere in Detroit im Januar ihren ersten offiziellen Auftritt in Europa.

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Journalisten bei der Sitzprobe.

Erstmals in Europa zu sehen ist auch das selbstfahrende Auto des Schweizer Vordenkers Frank Rinderknecht. Seinen Rinspeed Etos kennt die Welt bereits von der Consumer Electronics Show Anfang Januar in Las Vegas. An Bord ist Technik, mit der man auch „um die Ecke schauen“ kann. So formuliert es zumindest Zulieferer Harman. Für das neu entwickelte Connected Car-System hat sich Harman mit dem Halbleiterhersteller NXP zusammengeschlossen. Das Lenkrad des Rinspeed Etos stammt von ZF TRW. Es ist einziehbar. Innerhalb weniger Sekunden verschwindet es in der Instrumententafel.

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Harman: Connected Car-Technologie, mit der man „um die Ecke schauen“ kann.

Zulieferer Magna präsentiert gemeinsam mit seinem Kunden W Motors den Supersportler Lykan Hypersport. Auch hier keine Weltpremiere, das Auto war schon 2013 auf der Dubai Motor Show zu sehen und im Kinofilm „The Fast and Furious 7“. Vom Hypersport gibt es nur sieben Exemplare, Preislisten sind nicht verfügbar. Angeblich soll der Spaß 3 Millionen Euro kosten.

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Eines von sieben Exemplaren des von Magna gebauten Lykan Hypersport.

Welche Automobilzulieferer sorgen in Genf sonst noch für Frühlingsgefühle? Die Reifenhersteller. Und wie! Wer nämlich denkt, das Rad könne man nicht neu erfinden, der sieht sich am Stand von Goodyear eines Besseren belehrt. Hier wird die Innovation eagle-360 vorgestellt. Immer noch ein Reifen, immer noch aus schwarzem Gummi, aber nicht mehr rund sondern kugelrund.

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Das Rad neu erfunden? Goodyear und der Kugelreifen.

Der eagle-360 ist ein Konzeptreifen in Form einer Kugel. Das soll vor allem das autonome Fahren bequemer machen. Da auch 360-Grad-Drehungen möglich sind, erleichtert der Reifen das seitliche Einparken. Eine Radaufhängung im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Die Verbindung des Reifens mit der Karosserie erfolgt über Magnetschwebetechnik. Bislang funktioniert das aber nur in der Simulation. Bis zur Serienreife wird es also noch einige Frühlinge dauern.

Datum:
14.03.2016
Autor:
Rasmus Muttscheller
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