E-Klasse T-Modell macht Lieferantenbesuch

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Zwei Kilometer Luftlinie entfernt in Sindelfingen vom Band gerollt, jetzt zu Besuch beim Lieferanten: Das neue T-Modell der Mercedes-Benz E-Klasse bei den Gemeinnützigen Werkstätten (GWW).

Zuerst wird gestaunt, dann gestrahlt. Ein Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell fährt über die Auslieferungsrampe hinein in den Versandbereich des Lieferanten GWW. Fast in Sichtweite, gegenüber im Werk Sindelfingen, ist das Auto vom Band gerollt. Jetzt ist der „S213“, wie die Baureihe intern genannt wird, dort zu Besuch, wo Just-in-Sequence Bauteile bearbeitet und konfektioniert werden. Spoiler Rückwandtür, Verkleidung D-Säule und Gepäckraumabdeckung. Und die mit der Baureihe W213 (E-Klasse Limousine) identischen Teile Wasserableiter/Lufteinlass, Spaltfüller/Radlauf und Fußmatten. Die am Projekt S213 beteiligten GWW-Mitarbeiter sind begeistert: „Toll, wie das aussieht, wenn unsere Teile verbaut sind.“

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„Schaut, hier sind unsere Wasserabweiser verbaut!“ - GWW-Mitarbeiter bei der „Sichtprüfung“ am fertigen Produkt.

Das Besondere am Lieferanten GWW: Hier arbeiten Menschen mit Behinderung oder seelischer Erkrankung. Insgesamt sind es rund 1.000 Mitarbeiter verteilt auf 10 Standorte in den Landkreisen Böblingen und Calw. GWW steht für Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH. Die Menschen mit Behinderung sind im Rahmen einer Rehabilitationsleistung tätig, geregelt nach dem Sozialgesetzbuch. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könnten sie aufgrund ihrer Behinderung nicht arbeiten. Durch die Zusammenarbeit mit Kunden wie der Daimler AG bietet die GWW den Mitarbeitern sinnvolle und abwechslungsreiche Tätigkeitsfelder an. „Die GWW integriert Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben“, erklärt Klaus Zehender, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Einkauf & Lieferantenqualität (MP). Er ergänzt: „Damit ist aber keinerlei Sonderstatus bei der Vergabe verbunden. Bei Auswahl und Bewertung werden die gleichen Kriterien angewendet wie bei allen anderen Mercedes-Benz Lieferanten.“

Die Partnerschaft zwischen der GWW und Mercedes-Benz begann bereits 1973. Damals wurden Schlüsseltaschen gefertigt. In den folgenden Jahren sind die Umfänge immer weiter gestiegen. Aktuell sichern die Daimler-Aufträge bei der GWW die Beschäftigung von rund 220 Menschen mit Behinderung. Klaus Zehender: „Die GWW hat über die Jahre ein beachtliches Fertigungsgeflecht in der Nähe des Sindelfinger Mercedes-Benz Werks geschaffen, aus dem sie uns mit Teilen beliefert: präzise abgestimmt auf Takt und Reihenfolge unserer Produktion, und immer in Spitzenqualität.“ Zehender schaut regelmäßig in der Produktion der GWW vorbei und lässt sich vor Ort die einzelnen Arbeitsschritte von den Mitarbeitern persönlich erklären.

Was beim Gang durch die GWW-Produktion auffällt: Die Stimmung ist gut. Das bestätigt GWW-Geschäftsführerin Andrea Stratmann: „Unsere Mitarbeiter arbeiten gerne für Mercedes-Benz. Sie sind stolz, dass in allen Fahrzeugen aus dem Sindelfinger Werk auch ein wenig ihrer Arbeit steckt. Viele haben eine sehr hohe Identifikation mit ihrer Tätigkeit und sie freuen sich, dass sie einen Beitrag zur Produktion eines Mercedes-Benz leisten können.“ Besonders groß ist die Freude natürlich, wenn das neue E-Klasse T-Model zu Besuch ist. Nicht nur schauen, sondern unbedingt mal reinsetzen, am besten auf den Fahrersitz. So fühlt sich also Spitzenqualität im fertigen Produkt an. Die Technikbegeisterten wollen natürlich auch einen Blick unter die Motorhaube werfen. Noch schnell ein paar Selfies und dann muss er auch wieder los, der neue S213. Was bei der GWW zurückbleibt, sind strahlende Gesichter und eine zusätzliche Portion Motivation für die tägliche Arbeit.

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Umschwärmt von den GWW-Mitarbeitern: Das Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell.

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,6-4,2 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 197-109 g/km; Effizienzklasse: D-A+.

 

Datum:
15.11.2016
Autor:
Rasmus Muttscheller
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