Durchblick auf der ganzen Linie

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Neue Fahrzeugbaureihen benötigen neue Produktionsanlagen. Planung, Cost Engineering und Einkauf feilen mit den Lieferanten an optimalen Konzepten. REC bietet erstmals verbindliche Kosten vom Angebot bis zur Auftragsvergabe. Als Motor gemeinsamer Verbesserungen in der gesamten Lieferkette.

Bei Zukaufteilen wird sie schon lange erfolgreich eingesetzt. Und nun konsequent auf die Beschaffung von Anlagen im globalen Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars übertragen – REC, die Referenzkalkulation. Gemeinsam mit den Lieferanten setzen Planung, Cost Engineering und Einkauf seit 2014 auf die Kalkulationsmethode. Angewendet für die Gewerke Montage-, Rohbau- und Fördertechnik; zunächst testweise für einige wenige laufende Baureihen. Die einhellige Meinung zur Pilotphase: eine Erfolgsstory! Deshalb wird REC für diese Bereiche seit 2015 optimiert und schrittweise für weitere bestehende Baureihen eingesetzt. Ab 2017 startet REC in der Fläche mit den Anlagen für die Mercedes-Benz S-Klasse Nachfolge-Generation. Ab 2018 folgen nach und nach weitere neue Baureihen.

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Mit REC gemeinsam zum technisch und wirtschaftlich optimalen Konzept.

Unterwegs zum Optimalwert

Mit REC lassen sich bei jeder Anlagenbeschaffung marktgerechte Kosten definieren. Eine Methode, mit der alle Beteiligten in der Lieferkette ein optimales Ergebnis erzielen können. Aber wie funktioniert REC konkret? Das standardisierte Vorgehen wird auch als „Bottom-up Kalkulation“ bezeichnet. Den Ausgangspunkt bildet ein technisches Konzept (Anlagenlayout), beispielsweise für eine Fertigungsstraße mit Schweißrobotern im Rohbau oder für einen Rollenprüfstand in der Montage. Erstellt wird es vom Planungsbereich.

Für das Anlagenlayout kalkuliert der Bereich Cost Engineering mit REC die idealtypischen kaufmännischen Werte. Idealtypisch, da sie unabhängig von Merkmalen der Zuliefererbetriebe, konjunkturellen Einflüssen oder Standortfaktoren definiert werden. In die interne Kalkulation fließen beispielsweise Kosten für Rohstoffe, Material, Maschinen, Personal, Produktion und Anlieferung sowie der Gewinn ein. REC macht klar, was die Beschaffung der Schweißroboterfertigungsstraße oder des Rollenprüfstands im Optimalfall kosten darf. Und wie sich der Preis im Detail zusammensetzt.

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Früher orientierten wir uns an Angeboten aus der Vergangenheit. Heute am bestmöglichen Konzept.

Wolfgang Weber, Leiter Einkauf Maschinen und Anlagen Karosserie

Das REC-Ergebnis stellt das wirtschaftliche und technische Optimum einer Anlage dar. Er ist die Referenz für alle weiteren Schritte der Auftragsvergabe. Zuerst schreibt der Einkauf den Auftrag auf Basis des technischen Konzepts aus. Dann lassen sich die Angebote anhand des optimalen Beschaffungspreises genau analysieren. Abweichungen gegenüber der detaillierten REC-Kalkulation können gegen die transparente Basis gewertet werden.

Eine verbindliche Basis mit Aussagekraft

Früher wurden zur Preisplausibilisierung und Verhandlung historische Angebote als Referenz herangezogen. Der Preis stand im Mittelpunkt. Weitere Kriterien waren kaum vergleichbar. Um die hohen Ansprüche von Mercedes-Benz Cars erfüllen zu können, muss das gesamte Konzept optimal passen: Preis plus Qualität, Technik, Menge, Liefertermin. REC macht diese gesamte Kostenstruktur sichtbar – und damit erstmals vergleichbar.

Wer das Optimum kennt, kann sich danach ausrichten.

Harald Würfl, Leiter Technisches Kostenmanagement Anlagen

Planung, Cost Engineering und Einkauf legen besonderen Wert darauf, die individuelle Kostenstruktur der Partner zu verstehen. Position für Position wird mit der REC-Ziellinie verglichen. Der Lieferant erhält für abweichende Angebotszahlen konkrete Hinweise. Ob andere Rohstoffe, Prozessänderungen oder produktivere Anlagen: Der Lieferant kann die Stellhebel als Vorbereitung zur Endverhandlung sowie für langfristige Optimierungen im Betrieb nutzen. REC wirkt aber auch in die andere Richtung: Bietet das Lieferantenkonzept etwa technische Verbesserungen, können diese in die Planung einfließen.

Gemeinsamer Horizont

Die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit von Mercedes-Benz Cars bestimmen im besonderen Maße auch die Lieferanten. Daher können sich nur alle Beteiligten gemeinsam auf die laufenden Veränderungen des Automobilmarkts einstellen. REC liefert die zukunftsfähige Grundlage für langfristige Erfolge.

REC ist ein wirksames Tool, um gemeinsam für kontinuierliche Verbesserungen in der gesamten Lieferantenkette zu sorgen.

Axel Schütte, Leiter Einkaufskooperationen & Joint Venture Maschinen und Anlagen

Datum:
05.12.2016
Autor:
Birgit Hennefarth
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