Dobryi Djen!

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Bis Juni 2017 war das 85 Hektar große Gelände vor den Toren Moskaus noch Brachland. Jetzt rückt der Produktionsstart im nächsten Jahr in greifbare Nähe. Dazwischen: ein enormes Stück Arbeit! Anteil am Aufbau haben russische Zulieferer. Auch künftig setzt Mercedes-Benz im Werk Moscovia auf lokale Partner.

“Man baut nur einmal”, weiß Olga Samovarova, Einkäuferin International Procurement Services (IPS) im Mercedes-Benz Produktionsnetzwerk Russland. Alles muss auf Anhieb passen! Im Februar 2017 betreute sie die Ausschreibungen für den neuen Standort Moscovia. Dabei hatte sie auch die Lokalisierungsstrategie von Daimler im Fokus: vor Ort einkaufen, wo produziert wird. Ihr Projekt beinhaltete den Bau des Werks, die Beschaffung der Produktionsanlagen – und einen straffen Zeitplan. Innerhalb von nur drei Monaten gelang ihr die Punktlandung. Ende Mai 2017 unterzeichnete ein türkisches Generalunternehmen mit Sitz in Russland die Verträge. Am 1. Juni 2017 erfolgten der Spatenstich und zwanzig Tage später die Grundsteinlegung.

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Die Produktionsgebäude im Mercedes-Benz Pkw-Werk vor den Toren Moskaus sind fertiggestellt. Alle weiteren Bauarbeiten laufen auf Hochtouren.

Geplante Gebäudeübergabe ist Ende 2018 und im Jahr 2019 soll die E-Klasse Produktion im Werk anlaufen. Später werden dort ebenfalls die SUVs GLE, GLC und GLS gefertigt. Vollflexibel lassen sich im Werk Moscovia unterschiedliche Modelle auf einer Linie produzieren. Auf Anlagen, die Olga Samovarova gemeinsam mit dem Global Commodity Management-Team aus Deutschland beschafft hat. Seit Januar 2018 werden die Produktionsgebäude damit ausgestattet.

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Beginnend mit der Lackiererei werden die Produktionsgebäude mit Anlagen ausgestattet.

Russische Lieferanten für Pkw mit Stern

Beim Supplier Forum im November 2017 konnten sich potenzielle Zulieferer sowie russische Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft auf das lokale Produktionsprogramm vorbereiten. Mit Blick auf den Baufortschritt bekräftigte Axel Bense, CEO der Produktionsgesellschaft Mercedes-Benz Manufacturing RUS (MBMR) die Lokalisierungsstrategie: “Wir setzen weiterhin auf den Schulterschluss mit unseren russischen Partnern.” Kommunen, Bund und Gemeinden entwickeln dabei die werksnahe Infrastruktur aktiv weiter.

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Insgesamt investiert Mercedes-Benz über 250 Millionen Euro in das Pkw-Werk Moscovia. Vom Karosseriebau über die Lackierung bis zur Montage werden hier alle Produktionsschritte durchgeführt.

Lokale Partner willkommen!

Die Pkw-Produktion im Werk Moscovia startet größtenteils mit importierten Teilen. Ziel ist, dass Schritt für Schritt dann russische Partner weitere Aufgaben übernehmen – von der Lieferung der Materialien und Komponenten bis hin zu Montageleistungen. Das Supplier Forum Russia im November 2017 in Moskau bot potentiellen Lieferanten erste Einblicke. Der Einkaufsbereich Mercedes-Benz Cars ist seither mit über 60 russischen Lieferanten in Kontakt, die ersten Lokalisierungsprojekte stehen kurz bevor. Voraussetzung dafür ist die Mercedes-Benz Spitzenqualität, weltweit mit gleichem Standard.

 

Was müssen Lieferanten wissen, um bei den Ausschreibungen dabei zu sein? IPS-Einkäuferin Olga Samovarova umreißt die wesentlichen Punkte. Potenzielle Partner müssen in Russland lokalisiert sein, das Mitarbeiterprofil und Produktportfolio sowie eine gesunde Finanzstruktur mitbringen. Um die Mercedes-Benz Spitzenqualitätsstandards zu erfüllen, ist die Qualifizierung inklusive entsprechender Zertifikate notwendig. Ebenso ein Muss ist die Transparenz in puncto Prozesse,Preise und Nachhaltigkeit. Integrität und Compliance stellen weitere zentrale Voraussetzungen für gemeinsame Geschäftserfolge dar. Und schließlich muss die verbindliche Einsatzbereitschaft bezüglich Termine, Qualität und Preise sicht- und spürbar sein.

 

Weitere Informationen

“Einkaufen für Russland”

Datum:
07.06.2018
Autor:
Birgit Hennefarth
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