Bauteile für Pune, Peking & Co.

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Nicht nur in Pune oder Peking: Montageteile von deutschen und europäischen Lieferanten unterstützen die Mercedes-Benz Produktionsstandorte in aller Welt. Im Auftrag von Daimler konsolidieren Spezialdienstleister in Logistikzentren die Teile für den Weiterversand in die Werke in Übersee. Seit 2017 gelten dafür neue Einkaufsbedingungen.

Pkw mit Stern werden rund um den Globus produziert. Dabei legt Daimler großen Wert darauf, die benötigten Einzelteile dort einzukaufen, wo die Fahrzeuge auch produziert werden. Bei bestimmten Teilen ist diese „Local Sourcing“-Strategie allerdings technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll. Dann schickt der Automobilhersteller sie dorthin, wo sie gebraucht werden.

Konsolidierungszentren in Deutschland spielen dabei eine wichtige Rolle. Einige der für die Montage in Übersee benötigten Haus- und Zukaufteile werden hier angeliefert, zwischengelagert, bei Bedarf konserviert, verpackt und in Schiffscontainer verstaut. Auch das Logistikzentrum Bremen ist Drehscheibe im internationalen Mercedes-Benz Produktionsverbund. Seit mehr als 20 Jahren ist die Bremer Lagerhaus Gesellschaft AG (BLG) dort verantwortlich für die operative Abwicklung der Nord-Exportvolumina.

Der Logistikexperte kümmert sich um den Versand in die Überseewerke, beispielsweise nach Indien, China, USA und Südafrika. Durch die Wahl jeweils geeigneter Belieferungsformen lassen sich die unterschiedlichen lokalen Bedürfnisse von Hauptproduktionsstandorten und Montagewerken flexibel abdecken. Eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der vom Logistiker neben Kompetenz auch Pünktlichkeit, Präzision und absolute Zuverlässigkeit gefragt sind.

BLG Bremen
Auf 292.000 qm Hallenfläche ist BLG für die komplexe Konsolidierung von Teilen für den Versand in die Mercedes-Benz Cars Überseewerke verantwortlich.

Auf Zukunftskurs: Einkaufsbedingungen und Lastenheft

Steigende Produktionszahlen und neue außereuropäische Mercedes-Benz Pkw-Werke lassen seit Jahren die Anforderungen im Exportgeschäft wachsen. Um die Abwicklung so effizient und reibungslos wie möglich zu gestalten, schreibt Daimler alle Versandumfänge turnusmäßig neu aus. Eine Gelegenheit für neue Lieferanten sowie für bewährte Partner, ihre Kosten und Leistungen am Markt zu messen. Da die Laufzeit der BLG-Verträge im Sommer 2017 endete, starteten der Einkaufsbereich und die Logistik-Fachabteilung die Ausschreibung des komplexen Exportvolumens „Nord“ mit entsprechendem Vorlauf – inklusive einiger wegweisender Neuerungen.

Logistikzentrum Bremen
Im Auftrag von Daimler werden im Logistikzentrum Bremen auch Pkw-Teile bei Bedarf ausgehärtet für die Verschiffung unter anderem nach East London, Tuscaloosa, Pune und Peking.

Da die bisherigen Einkaufsbedingungen für Logistikleistungen dieser Größenordnung und Komplexität nicht mehr ausreichten, entwickelten die Daimler-Einkaufsverantwortlichen gemeinsam mit der Logistik-Fachabteilung und mit Unterstützung der Rechtsabteilung einen neuen Rahmen. Mit Ausschreibung der „Nordumfänge“ wurden die aktuellen Einkaufsbedingungen im Markt eingeführt.

Gemeinsamer Kostenhorizont durch REC

Auch der Einsatz der Referenzkalkulation (REC) für solche Vorgänge ist ein Novum. Hier steht nicht nur der Preis allein im Mittelpunkt, sondern das Gesamtpaket aus Kosten und Leistungen. Dabei konnte der langjährige Logistikpartner erneut überzeugen. Beim Vergleich der Kalkulation des Lieferanten mit den einheitlichen REC-Zielwerten können beide Seiten wertvolle Optimierungspotenziale identifizieren – als zukunftsfähige Basis für weitere gemeinsame Erfolge beim Teileexport.

Datum:
03.04.2018
Autor:
Birgit Hennefarth
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