Baggern für die Zukunft – Modernisierung in Sindelfingen

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Im Jahr 2014 haben Unternehmen und Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung zur Modernisierung des Werkes und zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze beschlossen. Bis 2020 investiert die Daimler AG rund 1,5 Milliarden Euro in das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen. Mittlerweile sind die Bauarbeiten in vollem Gange.

Zu den Kernprojekten gehören die Errichtung eines neuen Rohbaus, ein neuer zukunftsweisender Lackierprozess und der Bau einer neuen Montagehalle. Zusätzlich investiert der Konzern in einen modernen Bürokomplex, den sogenannten Engineering Hub Operations, sowie rund 600 Millionen Euro in das Mercedes-Technology-Center der Forschung und Entwicklung am Standort. Daimler stellt die Produktion auf ein wettbewerbsfähiges Fundament und sichert damit weiterhin Beschäftigung am Standort.

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Das Fundament des neuen Rechenzentrums in Sindelfingen steht schon.

Verlegung der Nachrichtentechnikzentrale unter die Erde

Für den Ausbau des Rohbaus müssen Gebäude weichen. Sie beherbergen unter anderem das Rechenzentrum und die Nachrichtentechnikzentrale. Die „kommunikative Schaltzentrale des Standorts“ wird deshalb neu gebaut. Ein Großteil der Einrichtung befindet sich unterirdisch. Die bisherigen Knotenpunkte müssen neu verknüpft werden. Bei rund 32.000 Kabelpaaren und 3.200 Lichtwellenleiterfasern, die quer durch das Werk verlaufen, ist das ein aufwendiges Verfahren. Mehrere kleine Baumaßnahmen sind erforderlich. Für eine zukunftsfähige und störungsfreie IT-Infrastruktur ist ein neues Rechenzentrum im Bau. Der Neubau bietet große Chancen: Die modernen technischen Anlagen senken den Energieverbrauch sowie die laufenden Betriebskosten und verbessern die CO2-Bilanz.

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Zu einem symbolischen ersten Spatenstich trafen sich Vertreter der Stadt und des Unternehmens Ende des vergangenen Jahres. Das Werk Sindelfingen erfährt ein Jahr nach seinem 100. Geburtstag zahlreiche Modernisierungen.

Modernes Arbeiten für 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Nordwesten des Werksgeländes entsteht der „Engineering Hub Operations“. Ein modernes Gebäude, in dem die Kernbereiche von Mercedes-Benz Cars Operations in innovativen Büro- und Werkstattkonzepten zusammenkommen. Rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Qualitätsmanagement, Supply Chain Management, Produktionsplanung und Technologiefabrik werden nach Fertigstellung des Gebäudes Mitte 2018 in modernen Bürowelten einziehen. Zunächst werden die alten Gebäude auf der Fläche abgerissen. Das heißt: Bevor der Neubau starten kann, werden 23.000 Tonnen Schutt mit mehreren Dutzend Lkw in den nächsten Monaten abtransportiert.

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So soll das neue Rechenzentrum in Zukunft aussehen.

Auftragsvergabe in Paketen

Der Einkauf Bau erarbeitet gemeinsam mit der Fabrikplanung die geeigneten Konzepte zur Umsetzung der Maßnahmen und wählt die Lieferanten aus. Diese Auswahl gründet auf einer umfassenden Analyse: Wo ist es sinnvoll Aufträge im Paket zu vergeben? Wo sind Einzelvergaben notwendig? Bei Großprojekten wie im Sindelfinger Werk ist das Ziel, Generalunternehmer zu beauftragen, die den Hauptanteil der Baumaßnahmen abdecken. Dadurch liegt alles in einer Hand und Schnittstellen und Koordinationsaufwand werden minimiert.

„Business as usual“

Mehr als 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Werk Sindelfingen. Ihre Arbeit soll auch während der Bauphase nicht beeinträchtigt werden. Auch wenn zu Hochzeiten bis zu 800 Bau-Lkw durch das Werk fahren, Straßen gesperrt sind und Umleitungen errichtet werden. Die Produktionslogistik muss voll funktionsfähig bleiben. Im wöchentlichen Austausch plant die Fabrikplanung gemeinsam mit Arbeitsschutz, Logistik und Produktion deshalb minutiös die anstehenden Veränderungen. Sie sorgen für eine möglichst reibungslose Integration der Infrastrukturmaßnahmen in die alltäglichen Abläufe im Werk. Zudem achten Einkauf und Fabrikplanung darauf, dass die Lieferanten lärmgedämmte Baumaschinen einsetzen und die Staubbelastung möglichst weit unter den gesetzlichen Vorgaben bleibt.

Datum:
12.05.2016
Autor:
Viktoria Brüller
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