Automobile Aufbruchs­stimmung mit Staats­besuch

Mexiko_AutomobileAufbruchstimmung

Aguascalientes liegt in Zentralmexiko, rund 500 Kilometer nordöstlich von Mexiko Stadt. Mit knapp1,2 Millionen Einwohnern ist es der viertkleinste Bundesstaat des Landes. Im Rennen um Platz 1 der meisten produzierten Fahrzeuge hat Mexiko die Nase mittlerweile vor Brasilien: Pole Postion in Lateinamerika!

Im September 2015 haben Daimler und die Renault-Nissan Allianz den Grundstein für ihr neues Joint Venture-Produktionswerk COMPAS (Cooperation Manufacturing Plant Aguascalientes) in Aguascalientes in Zentralmexiko gelegt. Dort werden zukünftig Premium-Kompaktfahrzeuge der nächsten Generationen der Marken Mercedes-Benz sowie Infiniti gebaut. Die Produktion von Infiniti Fahrzeugen wird im Jahr 2017 beginnen, der Anlauf von Mercedes-Benz Fahrzeugen im Jahr 2018. Logistik, Einkauf & Lieferantenqualität und die Produktprojektsteuerung Compact Cars bereiten zusammen mit den Kollegen des 50:50 Joint Ventures COMPAS und dem Einkaufsbüro vor Ort in Mexiko Stadt den Weg.

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Dialog mit Staatsbesuch

Damit ein Werk auf einer grünen Wiese entstehen kann, braucht es die Partner der Zulieferindustrie. Lieferanten, die die Möglichkeit erkennen und nutzen, gemeinsam profitabel zu wachsen. Beim Lieferantentag in Aguascalientes haben Management-Vertreter der Daimler AG, COMPAS und des Bundesstaates für den Standort Aguascalientes geworben und die Chancen einer gemeinsamen Zusammenarbeit aufgezeigt.

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Andreas Basche, Leiter Logistikplanung Module (SC/IPM) und Moderator der Veranstaltung, informierte über die Mercedes-Benz Supply Chain Strategie und den Ausbau der Sourcing- und Lokalisierungsaktivitäten. „Die Beschaffungslogistik“, so Basche „ist zusammen mit der wirtschaftlichen Lokalisierung von Fertigungsmaterial ein ganz essenzieller Werttreiber für den zukünftigen Erfolg dieses Standortes. Erfolg braucht Partner. Teil der Zuliefererkette der Daimler AG und damit eines erfolgreichen Netzwerkes zu werden, ist neben den Wachstumschancen für alle Beteiligten eine sehr attraktive Aussicht.“

 

Mexiko zeichnet sich durch eine gute Logistik und Infrastruktur aus. Von dort aus können Kunden im gesamten NAFTA-Raum beliefert werden. Die Zulieferindustrie ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Rund 120 etablierte Daimler-Lieferanten haben bereits einen lokalen Sitz in Mexico aufgebaut. 80 Prozent der Fahrzeuge werden für den Export produziert, neun globale OEMs sind bereits mit einem Produktionsstandort vertreten. Auch das US-Werk von Mercedes-Benz in Tuscaloosa/Alabama wird zukünftig von Mexiko aus verstärkt mit Kaufteilen beliefert werden.

Unterstützung garantiert!

Der Gouverneur von Aguascalientes, Carlos Lozano de la Torre, warb persönlich für die Ansiedlung von Lieferanten: „Aguascalientes ist zwar ein kleiner, aber sehr leistungsfähiger Gigant in Mexiko, einem der wichtigsten Automobilstandorte Nordamerikas. Wir haben die Ambition, wirtschaftlich weiter zu wachsen und unseren Erfolg nachhaltig zu gestalten. Die gute Infrastruktur, Logistik und viel Fläche machen Aguascalientes zu einem attraktiven Standort. Wir bieten sehr gute Voraussetzungen zur Lieferantenansiedelung und unterstützen dabei, dass dieses Potenzial optimal durch Interessenten genutzt werden kann.“

Ein Team – ein Ziel

Um dieses Projekt erfolgreich zu meistern, arbeiten alle Beteiligten Hand in Hand und mit hohem Tempo. Die Produktionskapazität ist auf jährlich über 230.000 Einheiten ausgelegt. 2017 startet die Produktion für die Nissan-Marke Infiniti. 2018 laufen die ersten Mercedes-Benz Kompaktwagen vom Band.

Ungebrochenes Interesse an der Stärkung von Geschäftsbeziehungen

Weitere Besuche durch Vertreter der mexikanischen Regierung, Wirtschaftsförderung und Betreiber der Supplier-Parks fanden statt und stehen an. Die Arbeitsbesuche der hochrangigen Vertreter bekräftigen das Interesse an den Geschäftsbeziehungen, gleichzeitig werden diese mit der Daimler AG und der Zuliefererkette weiter gestärkt.

Stimmen zum Lieferantentag in Aguascalientes

Dr. Klaus Zehender

Bereichsvorstand Mercedes-Benz Cars, Einkauf & Lieferantenqualität (MP)

„Wir haben ein anspruchsvolles Ziel mit Blick auf die lokale Wertschöpfung. Bei den zukünftigen Kompaktwagen streben wir über 80 Prozent Lokalisierung an. Dabei machen wir keine Lokalisierung um der Lokalisierung willen. Bei jedem einzelnen Umfang fragen wir uns, ob sich eine Lokalisierung unter den Aspekten Werkzeug- und Logistikkosten- sowie Lohn- und Faktorkosten lohnt.“

Alexander Koesling

Leiter Supply Chain Management (MO/SC)

„Die Erweiterung der weltweiten Lieferantenlandschaft ist entscheidend für die Umsetzung der Wachstumsstrategie Mercedes-Benz 2020. In den Wachstumsregionen ergeben sich durch den lokalen Bezug des Fertigungsmaterials große Chancen durch die Reduzierung von Logistikkosten, Anlieferzeiten und Beständen. Es ist eines unserer Ziele, Kostenvorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu generieren.“

Jörg Prigl

Leiter Produktgruppe Compact Cars (PG CC)

„Für den globalen Footprint der Produktgruppe Compact Cars ist der Produktionsstandort in Mexiko sehr attraktiv. Er bietet uns für die nächste Generation unserer Kompakten große Chancen, die wir nachhaltig erschließen wollen. Um die ersten Fahrzeuge 2018 „Made in Mexico“ vom Band laufen zu lassen, ist die konsequente Einführung und Etablierung aller Funktionen vor Ort in Aguascalientes, einschließlich der Entwicklungs- und Projektsteuerungsfunktion, fundamental. Entscheidend wird hier die Rolle des Einkaufs und der Lieferantensteuerung sein, um die Potenziale zu realisieren, die wir uns vom Standort Mexiko erhoffen.“

Datum:
20.01.2016
Autor:
Andrea Klopstein
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