Auf Wolke 7

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Mietauto per App: Es fährt autonom vor, öffnet die Tür und kennt das Ziel. Unterwegs meidet es Stau, wählt sich in die Konferenz ein und erinnert an Termine. Utopie? Gerhard Koch (CTO Connected Car Daimler) und Paulo Ribeiro Monteiro (Senior Manager Einkauf Connectivity and Mobility Services) erläutern, was möglich ist.

Schon jetzt bieten Fahrzeuge von Daimler eine Vielzahl intelligenter Services. Mit dem Umstieg auf die neueste Cloud-Technologie rückt die Vision der “Intuitiven Mobilität” noch näher. Warum?

Ribeiro Monteiro: Durch die Kombination der CASE-Zukunftsfelder Connected, Autonomous, Shared & Services und Electric gestaltet Daimler “Intuitive Mobilität”. Vernetzte, selbstfahrende und elektrische Fahrzeuge sowie Mobilitätsservices sollen das Leben unserer Kunden einfacher machen. Das Auto wird mehr und mehr zum persönlichen Assistenten. Fahrzeuge sind mit dem Fahrer, anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur verbunden. Beispielsweise um Straßen- und Wetterinformationen in Echtzeit abzurufen, Bürofunktionen im Auto zu nutzen oder um Tankreichweiten und Service-Intervalle per Smartphone abzufragen. Und all das ist erst der Anfang.

Koch: Die dafür notwendige digitale Intelligenz ist sowohl im Fahrzeug-Multimediasystem hinterlegt sowie künftig auch in der neuen Connected Car Cloud. Die Daten und Anwendungen sind in der Cloud als „Virtual Backend“ gehostet. Durch modernste Technologie bieten wir unseren Kunden einen sicheren Zugang in die immer größer werdende Service-Welt von Daimler.

Die Connected Car Cloud ist Basis, um Mobilitätservices noch schneller für Kunden verfügbar zu machen. Sie ist eine zukunftsweisende Entwicklungsplattform und damit Rückgrat unserer CASE-Strategie. Entscheidend für unsere Auswahl war die Fähigkeit des Lieferanten, mit der Cloud-Architektur höchste Sicherheitsstandards zu wahren.

Gerhard Koch, CTO Connected Car Daimler, Daimler AG

Intelligente Services bieten unseren Kunden immer mehr Komfort. Welche Rolle spielt dabei die neue Cloud-Generation?

Ribeiro Monteiro: Die Cloud ist für den Endkunden nicht sichtbar, der Komfort ist allerdings spürbar größer: Die Zugriffszeiten für Dienste sind geringer, da die gesamte Datenintelligenz für zukünftige Services in der Cloud hinterlegt ist. Dabei setzen wir auf die schnellste und innovativste Technologie unseres neuen Cloud-Partners.

Koch: Die Multi-Cloud-Systemarchitektur trennt vertrauliche und weniger sensible Daten: in der Private- und Public-Cloud. Die streng geschützte Private-Cloud ermöglicht den Austausch sensibler Daten – entsprechend höchster Sicherheitsstandards. Daimler hat dabei jederzeit die volle Kontrolle über relevante Daten. Und die neue Cloud-Generation hat einen weiteren entscheidenden Pluspunkt: Sie fungiert als flexible Entwicklungsplattform, über die wir neue Mobilitätsservices von uns sowie von Drittanbietern optimal einbinden können.

Wie werden Kunden den Umstieg auf die zukunftsweisende Technologie erleben?

Ribeiro Monteiro: Zusätzliche Dienste lassen sich in die Connected Car Cloud einfach integrieren – ohne lange Release-Vorlaufzeiten. Auf Trends und Kundenwünsche können wir extrem flexibel reagieren und unsere digitale Service-Welt noch schneller erweitern.

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Gerhard Koch, CTO Connected Car (links) und Paulo Ribeiro Monteiro, Senior Manager Einkauf Connectivity and Mobility Services.

Sicherlich bieten sich auch für IT-Partner und Entwickler interessante neue Perspektiven?

Koch: Ja, der Umstieg auf die Technologie wird unseren IT-Entwicklern die Möglichkeit geben, ihre Ideen mit Hilfe von agilen Prozessen und Tools umzusetzen. Zudem ermöglichen wir IT-Partnern eine schnelle, hochwertige Integration in unsere Entwicklungsprozesse. Auf der Connected Car Cloud lassen sich auch digitale Dienste neuer Partner ideal platzieren. Eine Chance für junge Unternehmen oder Start-Ups, die mit Innovationen und agilen Methoden wie Scrum und DevOps eine Zusammenarbeit mit Daimler ansteuern.

Der Einkauf ist im Wandel. Wir leben Partnerschaft und agile Projektarbeit. Insbesondere bei diesem Zukunftsthema war es ein entscheidender Erfolgsfaktor, dass alle Beteiligten von Anfang an zusammen gearbeitet haben. Dabei haben wir technische und kaufmännische Aspekte eng vernetzt und alle Verhandlungen parallel geführt.

Paulo Ribeiro Monteiro, Senior Manager Einkauf Connectivity and Mobility Services, Daimler AG

Stichwort Zusammenarbeit: Wie gestaltete sich die Vergabe bei diesem Zukunftsprojekt?

Ribeiro Monteiro: Einkauf und Fachbereich definierten zum Auftakt die Projektziele auf Basis vorangegangener Markt- und Technologiebewertungen. In einem mehrstufigen, partnerschaftlichen Prozess brachten Einkauf, Fachbereich, IT-Entwickler und unterschiedliche Cloud-Anbieter maßgebliche Verhandlungsaspekte ein. Zum Projektteam gehörten auch unsere Kollegen der Rechtsabteilung. In einer bisher einzigartigen Form agiler, bereichsübergreifender Zusammenarbeit haben wir unser Ziel erreicht – und wählten unseren IT-Partner mit der besten Technologie und höchsten Zukunftsfähigkeit aus.

Vielen Dank für das Gespräch.

Datum:
30.04.2018
Autor:
Birgit Hennefarth
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